NewsVermischtesBill & Melinda Gates Stiftung fördert Forschung für günstigere Impfstoffe
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Bill & Melinda Gates Stiftung fördert Forschung für günstigere Impfstoffe

Dienstag, 8. November 2016

Dresden – Ein Konsortium aus vier Fraunhofer-Instituten arbeitet an einem auf nieder­energetischer Elektronenbestrahlung basierenden Verfahren zur Inaktivierung von Viren und anderen Krankheitserregern. Damit sollen künftig wirksamere, sichere und zudem kosteneffizientere Impfstoffe hergestellt werden. Die Bill & Melinda Gates Stiftung fördert die Arbeit jetzt mit 1,85 Millionen US-Dollar.

Zur Herstellung von Tot-Impfstoffen – zum Beispiel gegen Grippe-, Polio- oder Hepatitis-A-Viren – werden bereits seit den 1950er-Jahren toxische Chemikalien wie Formaldehyd verwendet, um die Erreger zu inaktivieren: Diese sollen einerseits nicht mehr pathogen sein, andererseits aber dem Immunsystem weiterhin die entscheiden­den Antigene präsentieren. Durch die zum Teil mehrere Wochen dauernde chemische Behandlung wird aber ein großer Anteil jener Oberflächenstrukturen der Erreger zerstört, die das Immunsystem nach der Impfung erkennen und attackieren soll. Die so hergestellten Impfstoffe müssen daher entweder in sehr hohen Konzentrationen verabreicht oder in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden, um einen ausreichen­den Schutz zu bieten. Dies erschwert ihren Einsatz insbesondere in ärmeren und strukturschwachen Ländern.

Anzeige

„Die Inaktivierung durch niederenergetische Elektronenbestrahlung hat das Potenzial, ein nächster großer Meilenstein in der Impfstoffforschung zu werden“, hofft Sebastian Ulbert vom Fraunhofer IZI. Die Wissenschaftler arbeiten seit drei Jahren an einer alternativen Technologie zur Inaktivierung mittels niederenergetischer Elektronen­behandlung. Die Projektergebnisse zeigen laut den Forschern, dass die Technologie grundsätzlich auf verschiedenste Virusarten sowie andere Erregerarten wie Bakterien oder Parasiten anwendbar ist.

Durch die Bestrahlung wird die zur Vermehrung notwen­dige Erbsubstanz der Viren zerstört. Im Gegensatz zur chemischen Inaktivierung bleiben jedoch die für die Immunantwort wichtigen Oberflächenstrukturen erhalten. Die Hoffnung ist, dass der Körper dadurch deutlich spezifischere Antikörper gegen den Erreger bilden kann und somit besser geschützt ist.

An der Forschung beteiligen sich das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI, Fraunhofer Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

20. Mai 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat seinen Vorstoß für eine Impfpflicht in Kitas und Schulen sowie für medizinisches Persona verteidigt. „Impfungen sind eine der größten
Spahn verteidigt Vorstoß zur Impfpflicht
14. Mai 2019
Berlin – Die Grünen setzen sich für einen verbesserten Impfschutz gegen Masern ein. Gerade in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung und in bestimmten Gesundheitseinrichtungen würden auch Kinder
Grüne wollen verbesserten Impfschutz gegen Masern
10. Mai 2019
Berlin – In der Debatte um eine Impfpflicht gegen Masern will Bundes­ärzte­kammerpräsident Frank Ulrich Montgomery gegen Ärzte vorgehen, die Eltern von diesen Impfungen abraten. „Man muss mit ihnen
Montgomery will impfkritische Mediziner aus Patientenversorgung nehmen
10. Mai 2019
Washington – Pharmafirmen in den USA müssen künftig in der Fernsehwerbung für ihre Produkte auch den Preis nennen. US-Präsident Donald Trump nannte die neue Vorschrift, die in 60 Tagen in Kraft tritt,
Pharmafirmen in den USA müssen in TV-Spots künftig Preise für Medikamente nennen
8. Mai 2019
Berlin – In der Debatte über eine Impfpflicht wollen die Grünen eine Masernschutzimpfung zur verbindlichen Bedingung für die Aufnahme von Kindern in Kitas machen. Die Bundestagsfraktion fasste dazu
Grüne wollen Masernimpfpflicht für Kitakinder
6. Mai 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will aufgrund bestehender Impflücken und schlechter Impfquoten in Deutschland neben der geplanten Masernimpfpflicht für Kita- und Schulkinder auch
Masernimpfpflicht auch für das Gesundheitspersonal
6. Mai 2019
Berlin – Die EU-Kommission hat sich besorgt geäußert über einen „unzureichenden“ Impfschutz gegen die hoch ansteckenden Masern in Europa. 2017 hätten nur vier EU-Staaten die notwendige Impfrate von 95
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER