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Politik

BÄK drängt auf Verbot von Außen- und Kinowerbung für Tabakprodukte

Dienstag, 8. November 2016

Berlin – Nach Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), Ernährungsminister Christian Schmidt und der Drogenbeauftragten Marlene Mortler (beide CSU) hat jetzt auch der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) an den Bundestag appelliert, Außen- und Kinowerbung für Tabakprodukte zu verbieten. „Wirtschaftsinteressen dürfen nicht vor Jugendschutz gehen“, sagte BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery vor der heutigen Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag.

Die neue Regelung, die Tabakwerbung auf Plakaten und Litfaßsäulen verbieten und im Kino nur noch vor Filmen ab 18 Jahren erlauben soll, hat das Bundeskabinett längst beschlossen. Der Deutsche Bundestag sollte darüber bereits im Juli abstimmen. Aber auf Initiative von CDU und CSU wurde der fertige Gesetzentwurf seinerzeit von der Tagesordnung genommen – gegen den Willen der Gesundheitspolitiker aus den eigenen Reihen.

Montgomery wies jetzt darauf hin, dass die Tabaksucht nicht nur großes Leid auslöse, sondern auch sehr teuer sei: „Nach gesundheitsökonomischen Berechnungen belaufen sich allein die tabakbedingten jährlichen Kosten im Gesundheitswesen auf 25 Milliarden Euro. Hinzu kommen weit über 50 Milliarden Euro, die jährlich von den Sozial­versiche­rungs­systemen durch tabakbedingte Arbeitskraftausfälle zu tragen sind“, erinnerte der BÄK-Präsident. Auch und gerade Wirtschaftspolitiker sollten zur Kenntnis nehmen, dass diese Kosten in keiner Weise durch die Tabaksteuereinnahmen in Höhe von knapp 15 Milliarden Euro und die Werbeausgaben der Tabakindustrie aufgewogen würden. „Deutschland ist mittlerweile das einzige Land in Europa, in dem Plakatwerbung für Tabak noch erlaubt ist“, kritisierte Montgomery.

Auch die Vizepräsidentin der BÄK und Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), Martina Wenker, hatte vor einigen Tagen mehr Konsequenz bei der Prävention von Lungenkrankheiten angemahnt. Sie warnte, dass insbesondere Kinder und Jugendliche für Zigarettenwerbung empfänglich seien. © hil/aerzteblatt.de

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