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Landrat verteidigt Schließung von Geburtshilfe auf Föhr

Mittwoch, 9. November 2016

Husum – Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen hat die Schließung der Geburtsstation in der Inselklinik auf Föhr verteidigt. Wenn nur einer der Gynäkologen „krank oder auf dem Festland ist, haben wir ein Riesenproblem“, teilte Harrsen heute mit. Auch sei unsicher gewesen, ob eine Hebamme jederzeit rasch in der Klinik in Wyk sein könne. Die Geburts­hilfe ist seit rund einem Jahr dicht.

Angesichts anhaltender Kritik verwies Harrsen auf die Leitlinien der Deutschen Gesell­schaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), wonach kein Weiterbetrieb möglich ge­wesen wäre. Dementsprechend habe auch ein Gutachten festgestellt, dass die Patien­ten­sicherheit zwar suggeriert werde, es diese jedoch unter den vorgefundenen Be­dingungen nicht gegeben hätte. Das Haftungsrisiko sei ausgesprochen hoch. Außer­dem erschwere die Insellage die Versorgung von Frühgeborenen bei einer Notfallgeburt oder schlechtem Wetter.

„Ich finde auch, dass diese Anforderungen sehr hoch sind – umsetzen müssen wir sie dennoch“, argumentierte Harrsen angesichts des bislang nicht öffentlichen Gutachtens. Für den Protest gegen die Schließung äußerte er Verständnis. Allerdings gelte auch: „Sobald uns eine Mutter im Kreißsaal stirbt oder ihr Baby zeitlebens behindert bleibt, weil wir die Leitlinien missachtet haben, sieht die Welt plötzlich ganz anders aus.“

Auch auf der Nachbarinsel Sylt gibt es weiter Proteste gegen die Schließung der dorti­gen Geburtshilfe Ende 2013. Aktivisten hatten im Oktober damit begonnen, ein Bürger­begehren vorzubereiten. Auch am Klinikum in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern) wa­ren vor knapp einem Jahr Geburtshilfe und Kinderstation geschlossen worden. Seitdem gibt es dort ebenfalls anhaltenden und heftigen Protest. © dpa/aerzteblatt.de

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