Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Gesundheits-Apps: EU-Kommission arbeitet an Verhaltenskodex für Hersteller

Donnerstag, 10. November 2016

/dpa

Berlin – Die EU-Kommission will bis 2017 einen Verhaltenskodex für Hersteller von Ge­sund­heits-Apps vorlegen. Eine solche Selbstverpflichtung zur Einhaltung von Daten­schutz­bestimmungen stehe „kurz vor dem Abschluss“, heißt es in einer Antwort des Ge­sundheitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Renate Künast. Seit Februar arbeitet die Kommission zudem an Qualitätskriterien, nach denen Gesundheits-Apps etwa zur Kontrolle der eigenen Fitness oder des Blutdrucks künftig beurteilt werden können.

Eine Arbeitsgruppe von 30 Experten aus Forschung, Industrie, Behörden und Zivilge­sellschaft arbeite an entsprechenden Richtlinien, wie eine Kommissionssprecherin heute bestätigte. Bis Ende des Monats soll demnach ein weiterer Entwurf fertiggestellt sein. Die Richtlinien selbst will die Kommission nach eigenen Angaben „Anfang 2017“ vorlegen. „Ihre Anwendung wird freiwillig sein“, betonte die Sprecherin.

Ein solch freiwilliger Verhaltenskodex sei „nicht mehr als eine unverbindliche Empfeh­lung“, kritisierte der Grünen-Europaabgeordnete und Datenschutzexperte Jan Philipp Albrecht. Stattdessen brauche es einen rechtlich verbindlichen Katalog und darüber hi­naus eine Gesetzgebung, die den Umgang mit sensiblen Daten, Erbgut oder Stamm­zel­len regele. Dabei müssten auch technische Voraussetzungen wie eine Verschlüsse­lungs­pflicht festgelegt werden, forderte Albrecht.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Künast warf der Bundesregierung vor, kei­ne Stra­te­gie zu haben, wie sie mit der schnellen Entwicklung am Markt für digitale Ge­sund­heits­leistungen umgehen wolle. Sie forderte die Koalition auf, dafür Sorge zu tragen, dass Gesundheits-Apps transparent und sicher seien und die Verbraucher als Daten­lie­fe­ran­ten auch die Hoheit über ihre Daten behielten.

Der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz warnte auch vor Nachteilen für die Wirt­schaft. „Die Bundesregierung steht in Sachen Digitalisierung bis heute wie ein Kaninchen vor der Schlange“, sagte er dem Handelsblatt. Sie weigere sich, die Herausforderungen, die sich durch die Digitalisierung stellten, im Sinne der Verbraucher zu gestalten. Das aber sei auch schlecht für die Unternehmen, die Rechtssicherheit benötigten. © afp/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

22.01.18
Grüne wollen Dialog zur Digitalisierung im Gesundheitswesen
Berlin – Die Grünen im Bundestag wünschen sich einen Dialog zur Digitalisierung im Gesundheitswesen nach Vorbild des Pharmadialogs. Im Rahmen eines solchen Formats sollten mit allen Beteiligten......
19.01.18
Zwei weitere Anbieter für Videosprechstunde zertifiziert
Berlin – Zwei weitere Anbieter haben das Zertifikat für die Videosprechstunde erhalten. Darauf hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hingewiesen. Vertragsärzte können laut KBV nun bei der......
19.01.18
Ärzte wollen digitalen Austausch
Hamburg – Die Mehrheit der Ärzte wünscht sich, dass Praxen und Kliniken digital kommunizieren. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Stiftung Gesundheit, die sowohl niedergelassene Ärzte als......
19.01.18
KBV erklärt Telematik­infrastruktur
Berlin – Was verbirgt sich eigentlich hinter der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI)? Wie wird sie genutzt? Was ist der Unterschied zum Internet? Welche Anwendungen stehen zur Verfügung und wie kann man die......
19.01.18
Mit VR-Brille gegen Angstzustände
Magdeburg – Magdeburger Forscher wollen Menschen mit Angstzuständen künftig per VR-Brille helfen. Sie entwickeln derzeit am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen ein neuartiges, auf......
18.01.18
Mehr Arztpraxen in Schleswig-Holstein nutzen „SafeMail“
Bad Segeberg – In Schleswig-Holstein kommunizieren immer mehr Arztpraxen über den sicheren kostenfreien Maildienst „SafeMail“ der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Wie die KV Schleswig-Holstein......
17.01.18
Ärzte, Apotheker und Zahnärzte für gemeinsame digitale Agenda
Berlin – Nachdem Ende September des vergangenen Jahres die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände bereits eine Absichtserklärung zur......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige