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Politik

Kampf gegen Antibiotika­resistenzen bleibt Daueraufgabe

Freitag, 11. November 2016

/dpa

Berlin – Zum gemeinsamen Kampf gegen Antibiotikaresistenzen rief gestern Abend bei einer Diskussion der Helmholtz-Gemeinschaft zu den Herausforderungen in der Anti­bio­tikaforschung Annette Widmann-Mauz, Staatsekretärin im Bundesgesundheits­ministe­ri­um, auf. Wenn Antibiotika nicht mehr wirkten, breche eine tragende Säule der Ge­sund­heitsversorgung weg, warnte sie. Deshalb sei ein verantwortungsvoller Umgang mit neu­en und bereits vorhandenen Antibiotika entscheidend. Außerdem müsse die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika noch stärker als bisher vorangetrieben werden.

Widmann-Mauz verwies auf ein globales Expertentreffen zum Thema Antibiotika­resisten­zen, das das Bundesgesundheitsministerium in Fortsetzung der deutschen G7-Präsi­dent­schaft Mitte Oktober veranstaltete. Bei diesem „Ersten globalen Experten­netzwerk­treffen zu Antibiotikaresistenzen“ tauschten sich internationale Vertreter von Wissen­schaft, Human- und Tiermedizin sowie Pharmaindustrie und Zulassungs­behörden über die Erforschung und Entwicklung neuer Antibiotika, den Einsatz von Antibiotika an der Schnittstelle zwischen Human- und Tiermedizin sowie die Entwicklung einer Liste von resistenten Problemkeimen durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus.

Petra Gastmeier, Leiterin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin der Charité – Uni­versitätsmedizin Berlin, mahnte zudem eine bessere Information der Bevölkerung an: „Nicht nur Forschung zur Entwicklung von neunen Antibiotika ist wichtig, wir können in allen Bereichen auch noch viele unnütze Antibiotika-Anwendungen einsparen. Deshalb müssen wir auch auf diesem Gebiet Untersuchungen vorantreiben“, sagte sie.  

Das Bundeskabinett hatte im Mai 2015 die sogenannte Deutsche Antibiotika-Resistenz­strategie (DART 2020) beschlossen. Sie sieht unter anderem vor, Überwachungs­sys­te­me zu Antibiotikaresistenzen und zum Antibiotikaverbrauch auszubauen, um neue Erre­ger und Resistenzen frühzeitig zu erkennen. Zudem sollen Bevölkerung und medizini­sches Personal besser über die Resistenz- und Hygieneproblematik aufgeklärt werden.

Abgeordnete haben dem Bundestag auch bereits einen 26-Punkte-Plan vorgelegt, der DART 2020 konkretisiert und intensivere Maßnahmen anregt. So soll beispielsweise die Qualität der Antibiotikaverordnungen besser und die Aufklärung der Bevölkerung intensi­ver werden. Wichtig sei außerdem im Rahmen eines sogenannten One-Health-Ansatzes ein umfassendes Hygiene-, Gesundheits- und Haltungsmanagement in der Tierhaltung.

Antibiotika sollen in der Tiermedizin „nur in begründeten Ausnahme­fällen eingesetzt wer­den und grundsätzlich vorab Antibiogramme erstellt werden“. Wichtig sei außerdem, die Forschung zu fördern und dabei Grundlagen-, klinische und Forschung zur öffent­lichen Gesundheit zu vernetzen und voranzutreiben. Dies unterstrich Rolf Müller, Geschäftsfüh­ren­der Direktor des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) : „Bakterielle Resistenz gegen Antibiotika ist keine Frage des "Ob", sondern nur des "Wann". Deshalb müssen wir kontinuierlich an der Entdeckung und pharmazeutischen Entwick­lung innovativer Antibiotika arbeiten“, betonte er. 

Während der G7-Präsidentschaft im Jahr 2015 hatte die Bundesregierung das Thema globale Gesundheitspolitik auf die Agenda gesetzt. Dieses Engagement soll bei der deutschen G20-Präsidentschaft im kommenden Jahr fortgeführt werden. © ER/aerzteblatt.de

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