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Ausland

Studie: 60 Prozent der Kindersterbefälle entfallen auf nur zehn Länder

Freitag, 11. November 2016

Paris – Trotz des deutlichen Sinkens der Kindersterblichkeit weltweit haben Forscher wegen anhaltend hoher Sterberaten in einigen armen Ländern Alarm geschlagen. Fast sechs Millionen Kinder seien im vergangenen Jahr vor Erreichen des fünften Lebens­jahrs gestorben, wobei 60 Prozent dieser Fälle auf nur zehn Länder entfielen, heißt es in einer Studie, die heute im Fachmagazin The Lancet veröffentlicht wurde (2016; doi: 10.1016/S0140-6736(16)31593-8). Die Wissen­schaftler forderten „beschleunigte Investitionen“, um die Kindersterblichkeit dort gezielt zu bekämpfen.

Unter diesen zehn Ländern seien fünf in Afrika: In Angola, der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien, Nigeria und Tansania seien Lungenentzündungen die häufigste To­des­ursache von Kindern unter fünf Jahren. Die anderen fünf Länder liegen in Asien – Bangladesch, China, Indonesien, Indien und Pakistan. Dort stürben besonders viele Kin­der aufgrund der Komplikationen bei Frühgeburten.

Die Studienautoren um die Medizinerin Li Liu von der Johns Hopkins Bloomberg School for Public Health empfahlen bessere medizinische Vorsorge gegen Lungenentzündun­gen, Malaria und Durchfall sowie Verbesserungen bei der Wasserversorgung und im Sa­nitärbereich. Damit könnte die Kindersterblichkeit in den am schlimmsten betroffenen Ländern gesenkt werden.

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In reicheren Ländern wie etwa den USA sterben weniger als zehn von 1.000 Kindern vor dem fünften Lebensjahr. In den am schlimmsten betroffenen Ländern sind es mehr als 90. Die höchsten Sterberaten würden in Angola, der Zentralafrikanischen Republik, Tschad, Mali, Nigeria, Sierra Leone und Somalia gemessen, heißt es in der Studie.

Am meisten gefährdet seien Kinder kurz nach der Geburt. Von den 5,9 Millionen Kindern, die 2015 vor Erreichen des fünften Lebensjahrs gestorben seien, seien 2,7 Millionen in den ersten vier Wochen nach der Geburt gestorben.

Vom Jahr 2000 bis 2015 sei die Zahl der Todesfälle der Unter-Fünfjährigen um vier Milli­onen gesunken, was einem Rückgang von 53 Prozent entspreche. Die Erfolge im Kampf gegen Kindersterblichkeit seien weltweit aber sehr ungleich verteilt, schreiben die Stu­dien­autoren. © afp/aerzteblatt.de

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