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Ausland

Belgische Bioethiker kritisieren Umgang mit aktiver Sterbehilfe

Donnerstag, 17. November 2016

Brüssel – Eine Gruppe von Bioethik-Experten kritisiert den Anstieg von Sterbehilfefällen kranker älterer Menschen. Es sei nicht immer klar, ob es einen Kausalzusammenhang zwischen einem unheilbaren Leid infolge der Krankheiten und der Sterbehilfeanfrage gebe, schreiben sie in der belgischen Zeitung Knack.

Wenn Menschen in Belgien aktive Sterbehilfe aufgrund verschiedener Krankheiten wie etwa Rheuma, Inkontinenz und Demenz erhielten, fasse die Evaluierungskommission für Sterbehilfe das unter dem Grund „Poly Pathologie“ zusammen. In dem Bericht für das Jahr 2014/2015 seien diese Fälle um 132 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

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Die Evaluierungskommission habe selbst eingeräumt, dass die meisten über 70-Jähri­gen aufgrund von Poly Pathologie aktive Sterbehilfe erhalten. Hauptkritikpunkt der Experten ist, dass praktisch jede Person über 70 Jahren der Definition von Poly Patho­logie entspreche.

Aus diesem Grund sei oft nicht klar nachzuvollziehen, ob die Krankheiten der Grund für den Wunsch nach aktiver Sterbehilfe seien oder Einsamkeit und sozioökonomische Schwierigkeiten im Alter. Euthanasie sei keine geeignete Lösung für diese Probleme, betonen die Experten im Artikel.

In Belgien ist aktive Sterbehilfe unter bestimmten Umständen kein Straftatbestand. Die Nachfrage steigt stetig. Seit Februar 2014 gibt das Land als erstes weltweit keine Mindest­altersgrenze für aktive Sterbehilfe mehr vor. © kna/aerzteblatt.de

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