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Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen unterschätztes Problem

Mittwoch, 16. November 2016

/dpa

Dresden – Anhaltende und wiederkehrende Kopfschmerzen quälen nicht nur Erwach­sene, sondern sind bereits im Grundschulalter ein Problem. Das belegt eine im März 2016 abgeschlossene Umfrage an 14 Dresdner Schulen, deren Ergebnisse jetzt publik sind. Die regionalen Ergebnisse aus Dresden bestätigen frühere Untersuchungen zur Prävalenz von Kopfschmerzen im jüngeren Lebensalter.

Für ihre Untersuchung haben die Dresdener Ärzte und Wissenschaftler mehr als 5.000 Fragebögen an Kinder und Jugendliche aus sieben Grundschulen, drei Gymnasien und vier Oberschulen verteilt. Knapp die Hälfte kam ausgefüllt zurück. Die ausgewerteten Daten überraschten die Schmerztherapeuten der Spezialambulanz am Universitäts SchmerzCentrum der Uniklinik Dresden: Nur ein knappes Drittel der Schüler gab an, nie an Kopfschmerzen zu leiden.

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36,6 Prozent der befragten Schüler dagegen hat einmal im Monat Kopfweh, weitere 31,5 Prozent dagegen häufiger – mindestens zweimal im Monat. Die Zahlen belegen zudem: Je älter die Schüler sind, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie unter Kopfschmerzen leiden. Bereits 16,6 Prozent der Erstklässler klagen über häufiges Kopfweh. Bei den Zwölftklässlern steigt diese Rate auf gut die Hälfte (55,3 Prozent) aller Schüler dieser Klassenstufe.

Die „Aktion Mütze“ hatte im Sommer 2016 im Rahmen einer bundesweiten Aktion Siebt­klässler Fragebögen zum Thema Kopfschmerz ausfüllen lassen und kam dabei auf ähnliche Werte. Hier lag der Anteil der Schüler, die mindestens einmal im Monat Kopf­schmerzen haben, bei 73,9 Prozent. Träger der „Aktion Mütze“ ist das Zentrum für Forschung und Diagnostik bei Implantaten, Entzündungen und Schmerzen (ZIES). Eine Schirmherrin der Aktion ist die sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbrau­cher­schutz, Barbara Klepsch (CDU).

„Die am Universitätsklinikum aufgebauten Versorgungsangebote für Kinder und Jugend­liche, die häufig an Kopfschmerzen leiden, und die damit verbundene wissenschaftliche Arbeit sorgen dafür, dass ein bisher kaum beachtetes Gesundheitsproblem eine größere Aufmerksamkeit erfährt“, sagte Michael Albrecht, medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus. Die Rolle der Dresdner Hochschulmedizin sei es, auf diesem Gebiet auch künftig den weiteren Ausbau moderner und wissenschaftlich orientierter Therapiemöglichkeiten voranzutreiben, so Albrecht.

Die häufigsten Formen des Kopfschmerzes sind laut der Dresdener Studie bei Kindern Migräne und Spannungskopfschmerz. Letzterer ist nach Angaben der Mediziner ein Warnsignal des Körpers. Ausgelöst und verstärkt werden könnten die Schmerzen durch lange Konzentration, Flüssigkeitsmangel, zu wenig Schlaf oder seelischen Stress. Es gelte, dass Betroffene lernten, Kopfschmerzen differenziert zu erkennen, sich zu entspannen und besser mit Stress umzugehen – in der Schule und zu Hause.

Ärzte des Dresdener Universitäts SchmerzCentrums, der Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin sowie für Kinder- und Jugendpsychiatrie haben für die Kinder und Jugendlichen ein innovatives Konzept zur ambulanten Therapie entwickelt. Es hilft den Patienten, Situationen zu erkennen und zu verändern, die den Kopfschmerz befördern. Darüber hinaus lernen und trainieren sie Schutzmechanismen gegen diese Form des Schmerzes. © hil/aerzteblatt.de

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