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Medizin

Ambulante Operation bei Appendizitis sicher

Donnerstag, 17. November 2016

Los Angeles –. In Kalifornien werden bereits 60 Prozent aller erwachsenen Patienten nach einer laparoskopischen Appendizitis noch am gleich Tag nach Hause entlassen. Laut einer Auswertung von Krankenkassendaten im Journal of the American College of Surgeons (2016; doi: 10.1016/j.jamcollsurg.2016.10.026) ist das Komplikationsrisiko nicht erhöht.

Der Chirurg Armen Aboulian, der an einer Klinik des kalifornischen Krankenversicherers Kaiser Permanente in Woodland Hills bei Los Angeles tätig ist, hat die Daten von 12.703 Patienten ausgewertet, bei denen zwischen 2010 und 2014 aufgrund einer nicht-perforierten Blinddarmentzündung eine laparoskopische Appendektomie durchgeführt wurde.

6.710 Patienten wurden noch am gleichen Tag vom Aufwachraum nach Hause entlassen, die anderen 5.993 Patienten mussten über Nacht (oder länger) in der Klinik bleiben. Die Entscheidung, ob der Patient gleichentags die Klinik verlassen durfte, machten die Ärzte von einer Beurteilung im Aufwachraum mit dem „Procedural and Anesthesia Scoring System“ abhängig. Nur Patienten mit einem stabilen Kreislauf, die sich von der Narkose erholt haben und keine Hinweise auf Komplikationen haben, dürfen gleichentags nach Hause entlassen werden.

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Die Praxis hat sich laut Aboulian bewährt, da erneute Hospitalisierungen selten sind. In der Kohorte mussten nur 2,2 Prozent der Patienten in den folgenden 30 Tagen wegen Komplikationen erneut im Krankenhaus behandelt werden. Unter den Patienten, die noch (mindestens) eine Nacht in der Klinik verbrachten, lag die Rate bei 3,1 Prozent. 

Nach der ambulanten Operation kam es auch nicht häufiger zu einer späteren Behandlung auf der Notfallaufnahme oder zu vermehrten Terminen beim Radiologen. Auch in der ambulanten Nachsorge beim Chirurgen gab es kaum Unterschiede, so dass die ambulante Operation auch aus finanzieller Sicht vorteilhaft ist. In den USA würden pro Fall 348 US-Dollar gespart, meint Aboulian. Das ambulante Operieren sei auch günstiger als eine Antibiotikabehandlung, wenn diese mit einem Kranken­haus­auf­enthalt verbunden sei. © rme/aerzteblatt.de

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