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Medizin

„Anti-Aging“-Mittel DHEA lindert Dyspareunie

Sonntag, 20. November 2016

Silver Spring – Eine vaginale Anwendung mit dem Prohormon Dehydroepiandrosteron (DHEA) kann bei postmenopausalen Frauen eine Dyspareunie, also Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, lindern. Dies zeigen klinische Studien, die in den USA jetzt zur Zulassung des Vaginal-Inserts eines kanadischen Herstellers geführt haben.

Dehydroepiandrosteron (DHEA), auch Prasteron genannt, ist eine Vorstufe für die Synthe­se von Sexualhormonen. DHEA kann im Körper sowohl zu Östrogenen als auch zu Androgenen umgewandelt werden. Die Tatsache, dass die DHEA-Spiegel im Alter sinken, hat DHEA in den 1990er-Jahren als „Anti-Aging“-Mittel populär gemacht. Es wurde (und wird) als Nahrungsergänzungsmittel für die unterschiedlichsten Altersleiden angepriesen, ohne dass die Hersteller dies durch die Ergebnisse randomisierter klinischer Studien belegen mussten.

Dies ist bei dem Medikament, das die kanadische Firma Endoceutics jetzt in den USA einführen darf, anders. Der Hersteller konnte in zwei placebokontrollierten Studien zeigen, dass die Vaginal-Inserts eine Dyspareunie lindern können. 406 postmenopausale Frauen im Alter von 40 bis 80 Jahren, die mittlere bis starke Schmerzen beim Geschlechts­­verkehr empfunden hatten, wendeten die Vaginal-Inserts über 12 Wochen täglich an, die nur bei jeder zweiten Frau den Wirkstoff DHEA enthielten.

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Laut FDA waren die Vaginal-Inserts mit DHEA in der Lage, die Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zu lindern. Laut den vom Hersteller publizierten Studien kam es auch zu einem Anstieg der Libido, der Erregbarkeit, der Lubrikation, des Orgasmus und der Zufriedenheit (J Sex Med 2015; 12: 2401-241). Diese positiven Wirkungen blieben auch in einer anschließenden Anwendungsbeoachtung über 52 Wochen erhalten (Horm Mol Biol Clin Invest 2016; 25(3): 181–190).

Die häufigsten Nebenwirkungen sind laut FDA ein vaginaler Ausfluss und fehlerhafte Ergebnisse im Pap-Abstrich. Die Arzneimittelbehörde betont, dass Wirkung und Sicherheit nur für die Vaginal-Inserts nachgewiesen sind. Für die zahlreichen Nahrungsergänzungsmittel gelte dies weiterhin nicht. © rme/aerzteblatt.de

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