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Ausland

Internationale Ärzteorganisationen: Türkei soll Schikane gegen Ärzte beenden

Dienstag, 22. November 2016

Istanbul – Der Weltärztebund (WMA) und die Ständige Kommission Europäischer Ärzte (CPME) haben den Türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aufgefordert, die Schi­­kane von Ärzten und des Gesundheitsdienstes des Landes zu beenden. In einem Brief an Erdoğan schreiben die beiden Präsidenten der Organisationen, sie seien zu­tiefst betroffen, dass die Dekrete infolge des Putschversuchs im Juli „harte Auswirkungen auf das türkische Gesundheitssystem und auf türkische Ärzte“ haben.

CPME-Präsident Jacques de Haller und WMA-Präsident Ketan Desai verweisen darin un­ter anderem auf die von der Regierung vorangetriebene Absetzung der gewählten Mit­glie­­der der Istanbuler Ärztekammer und Ermittlungen gegen den Präsidenten Selcuk Erez als Folge eines Interviews. Auch seien viele Akademiker an medi­zi­nischen Hoch­schu­len, zumeist Mitglieder der Turkish Medical Association, suspendiert oder entlassen worden. Ihnen werde Systemfeindlichkeit vorgeworfen.

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Haller und Desai machen deutlich, dass sie jede Handlung verurteilen, „die die Grund­rechte der Ärzte gefährdet“. CPME und WMA unterstützten uneingeschränkt die Errun­genschaften der Turkish Medical Association zur Wahrung von Demokratie, Grund­rech­ten und medizinischer Ethik.

Es sei unbedingt notwendig, die Zivil- und Menschen­rechte aller zu schützen, einschließ­lich ihres Rechts auf Gesundheit. „Der Zugang zu qualitativ hoch­wertiger Gesundheits­ver­sorgung muss gewährleistet und durch ein funktionie­ren­des Ge­sundheitssystem und sichere Bedingungen für die Belegschaft gesichert werden“, mahn­ten Haller und Desai.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Weltärztebund besorgt über die Lage in der Tür­kei zeigt. Bereits im August verurteilte die Organisation die Verhaftung von Medizinern. Diese waren nach dem Putschversuch ins Visier des Türkischen Präsidenten Erdogan geraten. Vielen wird vorge­wor­fen, Anhänger des Pre­­digers Fethullah Gülen zu sein. Die­sen macht Erdoğan für den Putschversuch verantwortlich.

© may/EB/aerzteblatt.de

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