Medizin

Vogelgrippe: Gesundheitsbehörden sehen kein Risiko für Menschen

Dienstag, 22. November 2016

Stockholm - Das aviäre Influenza-Virus vom Subtyp A(H5N8), das derzeit vor allem in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bei Wildvögeln, teilweise aber auch in Geflügelfarmen aufgetreten ist, hat bisher weltweit zu keiner Infektion beim Menschen geführt. Die Gesundheitsbehörden schätzen das Risiko als gering ein. Prinzipiell ausschließen lassen sich Erkrankungen beim Menschen jedoch nicht.

Weltweit wurden seit 2003 mehr als tausend Erkrankungsfälle mit aviärer Influenza bei Menschen identifiziert. Bis 2012 waren dies in den allermeisten Fällen hochpathogene Influenza A(H5N1)-Viren in Asien und Ägypten und Infektionen durch die für Vögel niedrig pathogenen Influenza A(H7N9)-Viren in China, die seit 2013 auftreten. Die aktuellen Infektionen werden durch den Subtyp A(H5N8) ausgelöst.

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Dieser Subtyp ist bereits 2014/15 in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern aufgetaucht. Damals kam es jedoch zu keinen Erkrankungen bei Wildvögeln. Der Grund für die erhöhte Pathogenität der Viren ist nicht bekannt. Die bisherigen Genom-Analysen des Erregers zeigen laut dem European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC), dass die derzeit zirkulierenden Viren auf dem Luftweg nicht ansteckend für den Menschen und Säugetiere sind und von diesen auch nicht übertragen würden. Experimentell ist es allerdings gelungen, Frettchen, Hunde und Katzen zu infizieren. Die Viren ließen sich auch in menschlichen Epithelien der Atemwege vermehren.

Somit besteht ein Restrisiko auf Erkrankungen von Menschen. Gefährdet wären in erster Linie Personen, die direkten Kontakt zu kranken Vögeln und Geflügel oder deren Kadaver haben, also Landwirte, Jäger, Tierärzte und an der Keulung beteiligte Arbeiter. Das Robert Koch-Institut rät Wanderern, die kranke oder verendete Wildvogel finden, diese nicht zu berühren und sich an die zuständige Veterinärbehörde zu wenden.

Dass Produkte infizierter Tiere in den Handel kommen, wird als unwahrscheinlich eingeschätzt. Da alle Influenza-Viren sehr hitzeempfindlich sind, würden sie beim Braten abgetötet. Die Gefahr einer Übertragung durch Nahrungsmittel wird als sehr gering eingeschätzt.

© rme/aerzteblatt.de

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