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Medizin

Warum Parkinson-Patienten Sport treiben sollten

Donnerstag, 24. November 2016

Boston – Wer an Parkinson erkrankt, sollte nicht nur mit Medikamenten seine Symptome kontrollieren, sondern zusätzlich Sport treiben. Das empfehlen Forscher um Christian Duval an der Harvard University im Journal of Parkinson's Disease auf Grundlage einer Metaanalyse von mehr als 100 Studien (2016; doi: 10.3233/JPD-160790).

Es existieren bereits viele Studien, die Sport einen Nutzen in der Therapie der Parkin­son­erkrankung bescheinigen. Bisher existieren laut der Arbeitsgruppe jedoch kaum Übersichtsarbeiten dazu, welche genauen Aspekte der Erkrankung beeinflusst werden. Grundsätzlich kann Sport – wie bei Gesunden auch – die kognitive Funktion, die Beweglichkeit und die körperliche Fitness verbessern. Diese Funktionen sind bei der Parkinsonerkrankung häufig stark betroffen.

Die Wissenschaftler werteten 106 Studien aus, die den Effekt von Sport auf die Erkrankung untersuchten und innerhalb der letzten 30 Jahre veröffentlicht wurden. Sie gruppierten die Verbesserung in insgesamt vier Kategorien:

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  1. Kraft und Beweglichkeit
  2. kognitive und physische Funktion
  3. psychosoziale Vorteile
  4. typische Parkinsonsymptomatik wie Rigor, Tremor und posturale Stabilität

Es zeigte sich, dass das Training besonders Funktionen aus der Kategorie eins und zwei verbesserte. Rund 55 Prozent der Studien zeigten einen positiven Nachweis in diesen Kategorien, wobei sich besonders die Kraft und Beweglichkeit in den Armen besserte. Für die Verbesserung der Kognition konnten die Forscher keine klaren Schlüsse ziehen, wobei sie hier jedoch nur neun Studien einbeziehen konnten.

Weniger signifikant waren die Ergebnisse auch für die Verbesserung der Parkinson­symptome und die psychosozialen Aspekte der Erkrankung.

Die Analyse belege, dass Patienten mit einer Parkinsonerkrankung von Sport profitieren können. Für die Verbesserung der Kognition und spezifischer Symptome sei die Studienlage bisher jedoch zu gering, weshalb sich hier weitere Untersuchungen lohnten, so das Fazit der Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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