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Alkoholmissbrauch zweithäufigste Krankenhausdiagnose

Donnerstag, 24. November 2016

/dpa

Wiesbaden – Trinken, bis womöglich der Notarzt kommt: Fast 22.000 Kinder und Jugend­li­che in Deutschland wurden im vergangenen Jahr wegen akuten Alkohol­missbrauchs in Krankenhäusern stationär behandelt. Wie das Statistische Bundesamt heute in Wiesba­den mitteilte, ging die Zahl der jungen Komatrinker und schwer Betrunkenen in den Klini­ken damit um 2,2 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014 zurück. Ausgewertet wurden die Da­ten von Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 19 Jahren.

Der Rückgang ist je nach Geschlecht unterschiedlich stark ausgeprägt. Bei Jungen und jungen Männern gingen die Fälle von stationär behandeltem Alkoholmissbrauch 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent zurück. Bei Mädchen und jungen Frauen gab es ei­nen Rückgang von 1,9 Prozent. 69 Prozent der wegen Alkoholmissbrauchs behandel­ten Kinder und Jugendlichen war noch nicht volljährig.

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Alkoholmissbrauch habe auch zahlreiche Erwachsene in die Kliniken gebracht, berichtete die Behörde nach Auswertung der Krankenhausdiagnosestatistik für 2015. Mit fast 327.000 Fällen lagen alkoholbedingte psychische Probleme und Verhaltensstörungen an zweiter Stelle der Häufigkeit aller Diagnosen von insgesamt 19,8 Millionen vollstationären Patienten.

Dabei handelte es sich in knapp 114.000 Fällen um einen akuten Rausch, mehr als 137.000 Krankenhauspatienten wurden wegen eines Abhängigkeitssyndroms behandelt und bei knapp 64.000 Menschen diagnostizierten die Ärzte akute Entzugser­scheinungen.

Noch im Jahr 2014 mussten mehr als 340.000 Menschen im Zusammen­hang mit Alkohol stationär in Krankenhäusern behandelt werden. Nur Herzinsuffizienz war mit 444.632 Fäl­l­en ein noch häufiger diagnostizierter Grund für einen Krankenhaus­auf­enthalt. Auf Platz drei lag die Herzerkrankung Vorhofflimmern und Vorhofflattern mit 298.271 Fällen.

Die trotz des leichten Rückgangs hohe Zahl der Patienten nach Alkoholmissbrauch kommt nicht von ungefähr: Nach Angaben der Hauptstelle gegen Suchtgefahren liegt Deutschland bei einem jährlichen Pro-Kopf-Konsum von neun Litern reinem Alkohol welt­weit in der Alkoholstatistik auf einem der Spitzenplätze.

2015 wurden laut Destatis knapp 19,8 Millionen Patienten vollstationär in einem Kran­ken­­haus behandelt. Davon waren 52 Prozent Männer und 48 Prozent Frauen. Ihr Durchschnittsalter lag bei 55 Jahren.

© afp/dpa/aerzteblatt.de

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