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Medizin

Hepatitis C: Kurztherapie verhindert Infektion nach Lebertransplantation

Sonntag, 27. November 2016

Chicago – Eine vierwöchige Therapie mit einer fixen Kombination der beiden direkten Virustatika Sofosbuvir und Ledipasvir hat in einer offenen Phase 2-Studie bei Patienten mit aktiver Hepatitis C die Infektion eines Lebertransplantates verhindert. Dies geht aus einem Bericht im New England Journal of Medicine (2016; 375: 2106-2108) hervor.

Eine chronische Hepatitis C ist die häufigste Indikation für eine Lebertransplantation. Bei einer bestehenden Infektion kommt es regelmäßig zur Infektion des transplantierten Organs. In der Regel wird deshalb angestrebt, die Infektion vor der Transplantation zu kurieren. Wenn hierfür keine Zeit bleibt, kann die Behandlung auch am Tag vor der Transplantation begonnen werden.

Bei 16 Patienten, über die Josh Levitsky von der Northwestern University in Chicago berichtet, wurde die Behandlung mit Sofosbuvir plus Ledipasvir über vier Wochen nach der Transplantation fortgesetzt. Bei den meisten Patienten sank die Konzentration der Virus-RNA im Blut in den ersten 14 Tagen unter die Nachweisgrenze. Bei einer Patientin kam es nach dem Ende der vierwöchigen Therapie zu einem Rezidiv. Bei ihr wurde später eine NS5A-Resistenz nachgewiesen.

Eine 12-wöchige Behandlung mit Ledipasvir plus Sofosbuvir war jedoch erfolgreich. Bei einem weiteren Patienten wurde die Behandlung wegen eines Abfalls der Nierenfunktion nach fünf Tagen abgebrochen. Bei diesem Patienten konnte später keine Ausheilung der Hepatitis mehr erreicht werden, berichtet Levitsky.

Bei fünf Patienten kam es nach der Lebertransplantation zu Komplikationen, die allerdings in der Regel auf die Operation und nicht auf die Medikamente zurückzuführen waren. Levitsky hält es für möglich, das die Behandlung auch eine Hepatitis C in einer Spenderleber ausheilt. Dies könnte den Spenderpool bei Organtransplantationen erweitern. © rme/aerzteblatt.de

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