Medizin

Alkoholkonsum beeinflusst Schlaganfallrisiko

Sonntag, 27. November 2016

Stockholm – Der Konsum von Alkohol hat einen divergenten Einfluss auf das Schlag­anfallrisiko. Ein oder zwei Getränke am Tag waren in einer Meta-Analyse in BMC Medicine (2016; 14: 178) mit einem verminderten Risiko auf einen ischämischen Schlaganfall verbunden. Bei einem höheren Konsum kam es häufiger zu intrazerebralen Blutungen und auch zu Subarachnoidalblutungen.

Ein moderater Alkoholkonsum kann den HDL-Cholesterinwert steigern und die Fibrinogenwerte senken. Beides könnte im Alter einen günstigen Einfluss auf das Schlaganfallrisiko haben. Andererseits haben Menschen, die Alkohol trinken, häufiger einen erhöhten Blutdruck, der derzeit als der mit Abstand wichtigste Risikofaktor für den Schlaganfall anzusehen ist. Bei Männern ist der Blutdruck bereits bei einem mäßigen Alkoholkonsum erhöht. Bei Frauen besteht eine J-förmige Kurve mit einem günstigen Einfluss bei einem niedrigen Konsum.

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Es gibt deshalb gute Gründe den Einfluss des Alkoholkonsums auf das Schlaganfall­risiko zu untersuchen. Susanna Larsson vom Karolinska Institut in Stockholm und Mitarbeiter haben hierzu die Ergebnisse von 27 prospektiven Beobachtungsstudien ausgewertet. Ein leichter und mäßiger Alkoholkonsum war mit einem verminderten Risiko auf einen ischämischen Schlaganfall verbunden. Bei maximal einem Getränk pro Tag sank das Risiko um 10 Prozent (relatives Risiko RR 0,90; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,85-0,95).

Für ein bis zwei Getränke am Tag ermittelte Larsson ein um 8 Prozent vermindertes Risiko (RR 0,92; 0,87-0,97). Bei zwei bis vier Getränken am Tag kam es dagegen zu einem Anstieg um 8 Prozent (RR 1,08; 1,01-1,15) und bei mehr als vier Getränken zu einem Anstieg zum 14 Prozent (RR 1,14; 1,02-1,28). Dieser hohe Alkoholkonsum, der laut Larsson auch aus anderen Gründen bedenklich für die Gesundheit ist, war auch mit einem deutlichen Anstieg von intrazerebralen Blutungen um 67 Prozent (RR 1,67; 1,25-2,23) und Subarachnoidalblutungen um 82 Prozent (1,82; 1,18-2,82) verbunden.

Die insgesamt seltenen Subarachnoidalblutungen treten häufig als Folge eines Schädeltraumas auf und die Assoziation ließe sich plausibel auf Stürze unter hohem Alkoholkonsum zurückführen. Die Studie war allerdings nicht in der Lage, dies zu beweisen. © rme/aerzteblatt.de

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