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Medizin

Wie spirituelle Stimuli Entscheidungen beeinflussen

Mittwoch, 30. November 2016

Mormonentempel in Salt Lake City /Daniel Kocherscheidt, pixelio.de

Utah – Spirituelle Gedanken wirken bei strenggläubigen Mormonen wie eine Belohnung. Vergleichbare Reaktionen verursachen etwa Sex, Spielsucht, Liebe, Drogen oder Musik im menschlichen Gehirn. Das berichten Forscher der University of Utah, die am sogenannten „Religious Brain Project“ arbeiten. Ihr Ergebnisse wurden heute in Social Neuroscience publiziert (2016, doi: 10.1080/17470919.2016.1257437).

Versuchsablauf (eine Stunde im fMRT):
Sechs Minuten ausruhen, sechs Minuten Video mit Informationen zu ihrer Kirchenmitgliedschaft ansehen, acht Minuten Zitate von Mormonen und religiösen Führern der Welt hören. Weitere acht Minuten lasen sie selbst Passagen aus dem Buch der Mormonen zum Thema Familie, zwölf Minuten sahen sie ein von der Kirche produziertes Video, unter anderem mit familiären und biblischen Szenen, und weitere acht Minuten hörten sie Zitaten zu.

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In einem funktionellen Magnetresonanz­tomografen (fMRT) untersuchten die Forscher um Jeffery Anderson die Gehirnaktivität von 19 jungen erwach­senen Mormonen. „Spirituelle Erfahrun­gen sind vermutich die einflussreichsten Komponenten bei der Entscheidungs­findung“, erklärt Anderson gleich zu Beginn seines Statements zum Studien­ergebnis (siehe Video). Über eine Stunde durchliefen die Kirchenmitglieder vier Aufgaben, die ihre spirituellen Gefühle anregen sollten (siehe Kasten). Dabei hatten sie die Option, einen Knopf zu drücken, um den Höhepunkt der empfundenen Spiritualität zu signalisieren. Am Ende der Sitzung wurden die Teilnehmer erneut gefragt, ob sie den „Spirit“ fühlen könnten. Einige brachen spätestens jetzt, übermannt von ihren Gefühlen, in Tränen aus.

Während der fMRT-Messung wurden sie angewiesen, an den Erlöser zu denken, sich ein ewiges Leben im Kreise der Familie vorzustellen oder die Belohnung zu visuali­sie­ren, die sie im Himmelreich erwarten würde. „Ihre Körper und Gehirne reagierten auf die mächtigen spirituellen Gefühle“, sagt Erstautor Michael Ferguson von der University of Utah. Das Belohnungszentrum im Nucleus accumbens wurde aktiviert, jeweils etwa ein bis drei Sekunden, bevor die Teilnehmer den Knopf gedrückt hatten. Auch der mediale präfrontale Kortex zeigte eine gesteigerte Aktivität. Er hilft dabei, Wertungen zu verarbeiten und moralische Urteile zu fällen. Gleichzeitig schlug ihr Herz schneller und ihre Atmung war tiefer.

Ob Vertreter anderer Religionen ähnlich auf spirituelle Stimuli reagieren, sei bisher nicht erforscht, erklärt Anderson. Studien geben Hinweise, dass Gläubige östlicher Religionen anders auf besinnliche oder meditative Übungen reagieren könnten. © gie/aerzteblatt.de

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Claus-F-Dieterle
am Mittwoch, 30. November 2016, 20:17

Wie eine Belohnung!?

Viel wichtiger ist doch die Warnung vor Selbsttäuschung von Jesus Christus in Matthäus 7,21-23: "Nicht jeder, der ständig >Herr< zu mir sagt, wird in Gottes neue Welt kommen, sondern der, der auch tut, was mein Vater im Himmel will. Am Tag des Gerichts werden viele zu mir sagen: >Herr, Herr! In deinem Namen haben wir Weisungen Gottes verkündet, in deinem Namen haben wir böse Geister ausgetrieben und viele Wunder getan.< Und trotzdem werde ich das Urteil sprechen: >Ich habe euch nie gekannt. Ihr habt versäumt, nach Gottes Willen zu leben; fort mit euch!<"
LNS

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