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Hautärzte sehen Krätze auf dem Vormarsch

Montag, 28. November 2016

Aachen – Die Krätze ist nach Einschätzung von Hautärzten auf dem Vormarsch. Die Fälle dieser Hauterkrankung nähmen zu. Das teilte der Berufsverband der deutschen Derma­to­lo­gen (BVDD) heute mit. Konkrete Zahlen dazu gebe es zwar nicht, aber die Rück­mel­dungen von Haut­ärz­ten wiesen auf eine Zunahme der Erkrankungen hin. In wissen­schaft­lichen Fort­bil­dun­gen seien die Diagnose und Behandlung der juckenden Haut­erkrankung zuneh­mend ein großes Thema, sagte BVDD-Sprecher Ralf Blumenthal.

Kürzlich war bekannt geworden, dass die Fallzahlen in der Städteregion Aachen seit Jahr­en nach oben gehen. Dort waren die aus Schulen und Kitas gemeldeten Fälle von elf (2013) auf 316 (November 2016) gestiegen. „Es gibt keine Erklärung für diesen An­stieg“, sagte der Sprecher der Städteregion Detlef Funken. Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten hatten über die Situation in der Städteregion berichtet. Nach anderen früheren Medienberichten hatten Hautärzte in Krefeld schon im Frühjahr eine auffallende Häufigkeit von Krätze registriert.

Aus Kontakten mit Kollegen weiß der Dermatologe und Lehrbeauftragte der Uni Köln, Bernhard Korge, dass es auch vermehrt Fälle in Euskirchen, Köln und Düsseldorf gibt. Ver­ursacher der Krätze sind nach Angaben der Fachleute winzige Parasiten, sogenannte Krätzmilben, die bei Hautkontakt übertragen werden. Sie graben sich in die Haut und le­gen dort ihre Eier ab. Menschen mit trockener Haut sind laut Korge stärker betroffen als Leute mit fettiger Haut.

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Nach Angaben des Mediziners ist die Diagnose schwieriger geworden, weil sich das klini­sche Erscheinungsbild verändert hat und einem Ekzem gleichen kann. Die richtige Diag­no­se könne sich manchmal hinziehen. Werde dann aber die richtige Diagnose gestellt und das passende Medikament gegeben, gehe von dem Patienten schon nach einem Tag keine Ansteckungsgefahr mehr aus. Wenn aber viele Menschen auf engem Raum zusammen sind, sei das Infektionsrisiko besonders hoch. Brutstätten können laut Korge neben Kindergärten und Schulen auch Hotelbetten, Altenheime und Krankenhäuser sein.

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Ge­sund­heits­mi­nis­teriums sind Erkrankungen in Kitas und Schulen den kommunalen Gesundheitsämtern zu melden. Das Ministerium schätzt die Fallzahl in der Städteregion als sehr niedrig ein. Betroffen sind demnach 0,06 Prozent der Bevölkerung. Die örtlichen Gesundheitsbehörden entscheiden über alle not­wendigen Maßnahmen. Die Städteregion hat eine Informationsbroschüre herausgege­ben.

Daraus wird klar, wie aufwendig die Maßnahmen für Betroffene sind: Kleidung, Hand­tü­cher und Bettwäsche müssen täglich gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewa­schen werden. Sachen, die nicht gewaschen werden können, müssen sieben Tage luft­dicht in eine Plastiktüte gepackt werden. Polster, Matratzen und Möbel müssen täglich abgesaugt werden. © dpa/aerzteblatt.de

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