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Arzt und „Obamacare“-Kri­tiker soll US-Gesundheits­minister werden

Dienstag, 29. November 2016

/dpa

New York – Der designierte US-Präsident Donald Trump will einen scharfen Gegner der Gesundheitsreform des scheidenden Präsidenten Barack Obama zum Gesundheits­mi­nis­­ter machen. Er kündigte heute die Berufung des republikanischen Abgeordneten Tom Price als seinen Ge­sund­heits­mi­nis­ter an.

Price, ein 62-jähriger früherer orthopädischer Chirurg, sei „außerordentlich qualifiziert“ für die Aufgabe, das von Obama eingeführte System „zu widerrufen und zu ersetzen“, er­klärte Trump. Er versicherte zugleich, dass er jedem Bürger den Zugang zu einer er­schwin­g­lichen Gesundheitsversorgung ermöglichen wolle.

Der designierte Ge­sund­heits­mi­nis­ter Price erklärte, es „gebe viel Arbeit zu tun“, um ein System zu schaffen, „das für Patienten, Familien und Ärzte funktioniert“. Im Repräsentan­tenhaus hatte der Arzt aus Atlanta (Bundes­staat Ge­o­rgia) eine führende Rolle in der Op­position gegen „Obamacare“ gespielt. Dutzende parlamentarische Initiativen der Republi­kaner, das System teilweise oder ganz wieder abzuschaffen, waren jedoch in den ver­gan­genen Jahren gescheitert. Nach Ansicht von Price hin­de­re die Gesund­heits­reform von 2010 Ärzte und Patienten, medizinische Entschei­dun­gen zu treffen.

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Trump hatte zuletzt erklärt, er wolle die im Wahlkampf scharf kritisierte Reform doch nicht ganz abschaffen. Einige Teile davon werde er übernehmen, sagte er im Wall Street Jour­nal. Als Kandidat hatte er „Obamacare“ als „Katastrophe“ bezeichnet und angekün­digt, sie „als Erstes“ rückgängig zu machen.

„Obamacare“ macht eine Kran­ken­ver­siche­rung für alle zur Pflicht. Wer sie sich nicht leis­ten kann, erhält Zuschüsse. Nach Angaben der Obama-Regierung hat die Reform mit allen ihren Facetten zusätzlich 20 Millionen Menschen eine Krankenver­siche­rung ge­bracht. Der Anteil der Bürger ohne Kran­ken­ver­siche­rung ist dadurch auf einen histori­schen Tiefstand von weniger als zehn Prozent gesunken. Allerdings war das System zu­letzt nochmals verstärkt in die Kritik geraten, weil ein hoher Anstieg der Beiträge für ei­nen Teil der Versicherten vorhergesagt wird. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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