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Ausland

HIV nach wie vor ernstes Problem in Europa

Dienstag, 29. November 2016

Stockholm – Die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen in Europa ist stabil – doch viele wissen nichts von ihrer Erkrankung. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm und das Kopenhagener Regionalbüro der Welt­gesund­heits­organi­sation
(WHO) heute veröffentlichten. Demzufolge ahnt einer von sieben Betroffenen nicht, dass er HIV-positiv ist.

2015 wurden in 31 Ländern der EU und weiteren Staaten des Wirtschaftsraums rund 30.000 neue Fälle registriert. Doch zwischen Infektion und Diagnose vergehen in der Regel vier Jahre. Das bedeutet, dass die Person andere anstecken kann und notwen­dige Medikamente nicht früh genug bekommt. Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, erklärte: „HIV/Aids ist nach wie vor ein ernstes Problem in Europa.“

Die gesamte europäische Region (50 Länder) betrachtet, hat die Zahl der neuen HIV-Fälle in 2015 ein Rekordhoch erreicht. Bei 153.000 Menschen wurde das Immun­schwächevirus festgestellt. Vor allem in osteuropäischen Ländern sei die Ansteckungs­ge­­­fahr groß, hieß es in dem Bericht. Die Zahl der Fälle sei hier in den vergangenen zehn Jahren um 80 Prozent gestiegen. Während sich in West- und Zentraleuropa haupt­säch­lich Männer gegenseitig ansteckten, nehme in Osteuropa die Übertragung bei hetero­­sexuellen Paaren zu. Ein Drittel der neu Betroffenen habe sich bei der Injektion von Dro­gen angesteckt.

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Nach Auffassung von WHO und ECDC sollten auch die westlichen Länder ihre Aufklä­rungsarbeit verbessern. „Das Gesundheitspersonal sollte öfter einen HIV-Test anbie­ten“, sagte eine ECDC-Sprecherin. Es solle normal sein, sich regelmäßig checken zu lassen.

In Deutschland steckten sich nach einer kürzlich veröffentlichten Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) im vergangenen Jahr etwa 3.200 Menschen neu mit HIV an. Ende 2015 lebten demnach rund 84.700 Menschen mit HIV in Deutschland – davon 12.600 ohne es zu wissen.

Die RKI-Schätzungen anhand von Modellrechnungen zu neuen Infektionen sind nicht zu verwechseln mit der Zahl der Neudiagnosen, bei denen HIV tatsächlich festgestellt wird. Das Humane Immunschwächevirus (HIV) ist die Ursache für die Immunschwäche­krank­heit Aids. © dpa/aerzteblatt.de

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