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Medizin

Herzinsuffizienz: Drei Risikofaktoren erklären die meisten Erkrankungen

Dienstag, 29. November 2016

dpa

Chicago – Menschen, die im Alter von 45 oder 55 Jahren einen normalen Blutdruck haben, nicht fettleibig sind und keinen Diabetes haben, haben laut einer Studie in JACC: Heart Failure (2016; 4: 911-919) sehr gute Chancen, im Alter nicht an einer Herzinsuffizienz zu erkranken.

Die Zahl der Menschen, die im Alter eine Herzinsuffizienz entwickeln und daran sterben, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Ein Grund sind sicherlich die besseren Behandlungsergebnisse der koronaren Herzkrankheit. Immer mehr Menschen überleben ein koronares Ereignis – um später infolge des Umbaus des abgestorbenen Myokards (Remodeling) eine Herzinsuffizienz zu entwickeln.

Die tiefer liegende Ursache ist jedoch die starke Verbreitung von kardialen Risiko­faktoren, deren wichtigste derzeit die arterielle Hypertonie, die Fettleibigkeit und der Typ 2-Diabetes sind. Ein Team um John Wilkins von der Feinberg School of Medicine in Chicago hat hierzu die Daten von vier großen US-Kohortenstudien ausgewertet. Die Framingham Heart Study, die Framingham Offspring Study, das Chicago Heart Association Detection Project in Industry und die ARIC-Studie (Atherosclerosis Risk In Communities) haben US-Amerikaner über Jahre immer wieder interviewt und untersucht.

Dabei stellte sich heraus, dass die Teilnehmer, die einen normalen Blutdruck hatten, nicht fettleibig waren und bei denen kein Diabetes festgestellt wurde, ein relativ geringes Risiko haben, im Alter an einer Herzinsuffizienz zu erkranken. Für Männer im Alter von 45 Jahren war das Risiko um 73 Prozent niedriger als bei Vorliegen aller drei Risikofaktoren. Für Frauen ermittelt Wilkins sogar eine um 85 Prozent verminderte Erkrankungsrate.

Bis zum Auftreten der Herzinsuffizienz vergingen bei Männern ohne die drei Risiko­faktoren im Durchschnitt 34,7 Jahre, bei Frauen waren es im Durchschnitt 38,0 Jahre. Bei Vorliegen von einem bis drei Risikofaktoren trat die Herzinsuffizienz um drei bis 15 Jahre früher auf. Am deutlichsten war der Einfluss des Risikofaktors Diabetes. Er verkürzte die Lebenszeit bis zum Auftreten der Herzinsuffizienz um 8,6 bis 10,6 Jahre. Für ein Ausgangsalter von 55 Jahren ermittelte Wilkins ähnliche Zahlen. © rme/aerzteblatt.de

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