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Ärztehilfswerk: Müssen mehr zu Antibiotika­resistenzen forschen

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Berlin – Ärzte ohne Grenzen rufen mit Blick auf die deutsche G20-Präsidentschaft zu mehr Forschungsaktivitäten zu Antibiotikaresistenzen weltweit auf. Die Bedrohung durch Resistenzen sei etwa bei der Behandlung von Tuberkulose ein wachsendes Problem.

„Von den 700.000 Menschen, die 2015 an antimikrobiellen Resistenzen gestorben sind, waren über ein Drittel Menschen mit resistenter Tuberkulose“, erinnerte Geschäftsführer Florian Westphal heute in Berlin. In den vergangenen 50 Jahren seien jedoch nur zwei neue Tuberkulosemedikamente entwickelt worden.

Auch die Ebola-Epidemie in Westafrika habe gezeigt, dass es für armutsbedingte Krank­heiten oft keine geeigneten Impfstoffe, Diagnostika und Medikamente gebe. „Und es ist auch 2,5 Jahre nach der Hochphase der Ebola-Epidemie immer noch fraglich, ob die Welt besser auf einen Ausbruch in gleichem oder sogar größerem Ausmaß vorbereitet ist“, warnte Westphal.

Ärzte ohne Grenzen appellieren vor diesem Hintergrund an die G20, konkrete Maßnah­men zur besseren lokalen Prävention und einer schnelleren Reaktionsfähigkeit bei Ge­sundheitskrisen zu ergreifen. Hierfür müsse auch die biomedizinische Forschung stärker koordiniert und finanziert werden, „damit sie sich an den medizinischen Bedürfnissen der Menschen orientiert und nicht daran, was am profitabelsten für die Pharmaindustrie ist“, bekräftigte Westphal.

Deutschland übernimmt im Dezember den Vorsitz der G20 – der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer der Welt. Der Gipfel findet Anfang Juli in Hamburg statt. © kna/aerzteblatt.de

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