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Ärzteschaft

Ärztehäuser sind ein Erfolgsmodell

Mittwoch, 30. November 2016

Düsseldorf – Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) hat das Konzept der Ärztehäuser gelobt. „Vernetzungen liegen bei der ambulanten Medizin im Trend“, erläu­terte die Bank in einer Marktanalyse. Gründe dafür seien unter anderem der fachliche Austausch, die Möglichkeit, verschiedene medizinische Fachrichtungen zu bündeln oder Kosten zu sparen.

In einem Ärztehaus haben sich eigenständige Arztpraxen unter einem Dach angesiedelt. Die beteiligten Heilberufler können sich am gemeinsamen Standort technische Geräte, Empfangs-, Warte- und Sanitärbereiche oder Schulungsräume bis hin zu Personal teilen. 1968 wurde das erste Ärztehaus im hessischen Neu-Isenburg eröffnet. Inzwi­schen exis­tie­ren nach Schätzungen der Bank bundesweit bis zu 8.000 solcher Gesund­heitsstand­or­te.

Analyse von 100 Ärztehäusern
In einer Marktanalyse hat die apoBank über 100 Ärztehäuser untersucht und deren Ini­ti­atoren nach ihrer Motivation gefragt. Im Durchschnitt sind rund 15 Ärzte an einem ge­mein­schaftlichen Gesundheitsstandort tätig, bei zwei Ärzten pro Praxis. Ärztehäuser ver­fügen also im Durchschnitt über rund sieben Praxen, meist unterschiedlicher Fach­rich­tungen.

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Häufig sind außerdem nichtärztliche Mieter: Zu 70 Prozent sind dies Apotheken, zu 55 Prozent Physiotherapiepraxen und zu 20 Prozent Hörgeräteakustiker.

In jedem dritten Ärztehaus finden sich darüber hinaus gastronomische Betriebe wie Cafés und Bistros oder auch Handelsunternehmen und Drogerien. „Das er­wei­terte medizinische und pharmazeutische Angebot sowie die zusätzlichen Einrichtungen sind für Patienten und Kunden in vielerlei Hinsicht interessant. Besonders, wenn sie verkehrsgünstig liegen und die Infrastruktur eine gute Erreichbarkeit gewährleistet“, erklärte Georg Heßbrügge, Leiter des Bereichs Gesundheitsmärkte und -politik bei der apoBank.

Laut der Analyse befinden sich 38 Prozent der Ärzte­häu­ser in Großstädten, 41 Prozent in mittelgroßen Städten und 21 Prozent in Kleinstädten. Als Gesund­heitszentren sind sie oft als eigene Marke in der Region bekannt und ein Anziehungspunkt für Patienten. „Der Markenwert des Standorts trägt zu einem höheren Praxiswert bei, was sich positiv auf die Nachfolgeregelung auswirken kann“, hieß es aus der Bank.

Synergieeffekte
Bei der Frage nach den relevanten Faktoren für die Gründung eines Ärztehauses nann­ten 65 Prozent der Initiatoren Synergieeffekte bei Kosten und Einnahmen sowie die Mög­lichkeit, Netzwerke zu bilden. Marketingeffekte, die sich aus der gemeinsamen Ein­rich­tung ergeben, wurden zu 48 Prozent genannt. Der Wunsch nach Teamarbeit spielte für 39 Prozent der Initiatoren eine Rolle.

Im Augenblick sind laut apoBank nur ein Drittel der Initiatoren von Ärztehäusern Heil­be­rufler und mehr als die Hälfte Investoren. „Wir sehen jedoch Vorteile, wenn Ärzte gemein­sam als Investoren auftreten und sich auch in der Immobilie engagieren. Denn dann be­stimmen sie nicht nur die medizinische Ausrichtung eigenständig, sondern ver­fügen mit dem Wert der eigenen Praxis und dem Immobilienteil über den kompletten Grundstein ihres unternehmerischen Erfolgs“, so Heßbrügge.

Allerdings scheinen viele Ärzte den Bau, Umbau oder Kauf einer Immobilie als sehr kom­plex zu empfinden, zumal wenn die Immobilienfrage sich zeitgleich mit der eigenen beruf­lichen Niederlassung oder einem Umzug stellt.

Die Bank ermutigt Ärzte aber, sich hier zu engagieren: „Die Analysten der Apobank sind sich sicher, dass der demografisch bedingte, wachsende Versorgungsbedarf sowie die Herausforderungen in der Versor­gung des ländlichen Raums in Zukunft für einen Anstieg heilberuflicher Kooperations­formen wie Ärztehäusern sorgen werden“, hieß es von der Bank. © hil/aerzteblatt.de

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