Politik

Mehr Geld für die Forschung zu armutsbedingten Erkrankungen

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Berlin – Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) verdoppelt seine Mittel für die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen in Entwicklungsländern. In den kommenden fünf Jahren sollen sogenannte Produktentwicklungspartnerschaften 50 Millionen Euro dafür erhalten.

Vernachlässigte und armutsbedingte Erkrankungen verursachen den Großteil der Krank­­heitslast in den armutsgeprägten Regionen der Entwicklungs- und Schwellen­länder. Die Pharmaindustrie investiert aber laut BMBF immer noch zu wenig in die Forschung zu die­sen Erkrankungen. Grund dafür ist, dass sich damit kein oder nur zu wenig Geld verdie­nen lässt.

Anzeige

„Wir müssen das Ungleichgewicht zwischen hoher Krankheitslast und zu geringer For­schungsfinanzierung auflösen. Deshalb brauchen wir dringend öffentliche Investitionen in innovative Gesundheitsprodukte zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Infekti­ons­krankheiten, die Milliarden von Menschen in den ärmsten Regionen betreffen“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU).

Die vom BMBF jetzt stärker unterstützten „Produktentwicklungspartnerschaften“ sind in­ter­nationale Non-Profit-Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Präven­­tionsmethoden, Diagnostika oder Medikamente gegen vernachlässigte und armutsbe­ding­te Krankheiten zu entwickeln. Dafür werben sie Forschungsmittel ein und suchen ge­eignete Entwicklungspartner für neue Diagnostika und Therapien, die ärmeren Ländern zugutekommen.

Folgende Organisationen erhalten in den kommenden fünf Jahren Forschungsmittel vom BMBF:

  • die „International Partnership for Microbicides“ (IPM) für die Entwicklung von sicheren und wirksamen Mikrobiziden für Frauen zur HIV-Prävention
  • PATH“ für die Entwicklung von Malaria Impfstoffen
  • die „Global Alliance for TB Drug Development“ (TB Alliance) für die Entwicklung von besseren, schneller wirksamen und erschwinglichen Medikamenten gegen Tuberkulose
  • die „Medicines for Malaria Venture“ (MMV) für die Entwicklung neuer wirksamer Medikamente gegen Malaria
  • „Drugs for Neglected Diseases initiative“ (DNDi) für die Medikamentenentwicklung gegen die afrikanische Schlafkrankheit, viszerale Leishmaniose, die Chagas-Krank­heit und Wurmerkrankungen.
© hil/aerzteblatt.de
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

15.03.17
Entdecker zweier Tumorviren mit dem Paul-Ehrlich-Ludwig-Darm­staedter-Preis ausgezeichnet
Frankfurt am Main – Das amerikanische Forscherehepaar Yuan Chang (57) und Patrick S. Moore (60) vom University of Pittsburgh Cancer Institute in Pittsburgh hat den......
09.03.17
Kiel – Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) erfüllt die Qualitätsstandards der Europäischen Charta für Forschende. Das hat die Europäische Kommission der Hochschule jetzt mit der......
03.03.17
Kiel – Das interdisziplinäre Zentrum für angewandte Lebenswissenschaften „Kiel Life Science“ (KLS) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und das „Estonian Genome Center“ an der Universität......
03.03.17
Berlin – Drei neue Helmholtz-Institute sollen die Gesundheitsforschung in Deutschland stärken. Sie widmen sich den Bereichen Krebsimmuntherapie, Stoffwechsel- und Infektionsforschung. „Damit bekommt......
27.02.17
Seltene Erkrankungen: Mehr vernetzte Forschung notwendig
Berlin/Brüssel – Um seltene Erkrankungen besser diagnostizieren und behandeln zu können, sind eine intensivere Forschung und eine vernetzte Versorgung notwendig. Darauf haben heute Akteure des......
20.02.17
Heidelberg – Am 1. Februar hat an der Universität Heidelberg das Heidelberg Center for Motion Research mit seiner Forschungsarbeit begonnen. Die Carl-Zeiss-Stiftung unterstützt die Einrichtung mit......
15.02.17
Würzburg – Mit der Aktion „Dein Immunsystem wird Deine Waffe gegen Krebs“ hat der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ innerhalb von rund neun Monaten über eine Million Euro gesammelt. Er möchte damit......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige