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Ausland

Russland schlägt vier humanitäre Korridore für Aleppo vor

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Genf – Russland hat für den umkämpften Ostteil der syrischen Großstadt Aleppo vier humanitäre Korridore vorgeschlagen. Der Chef der UN-Hilfsmission für Syrien, Jan Ege­land, teilte heute in Genf mit, russische Vertreter wollten mit UN-Personal in Aleppo darü­ber reden, wie die Menschen über die Korridore aus der Stadt gebracht werden könnten. Egeland fügte hinzu, besonders wichtig sei das für mindestens 400 Verletzte, die drin­gend medizinische Hilfe benötigten.

Unterdessen rückten hunderte syrische Elitesoldaten weiter in den Osten Aleppos vor, um die dort noch von bewaffneten Gruppen gehaltenen Stadtteile einzunehmen. Die Armee hatte mit Unterstützung der syrischen und der russischen Luftwaffe vor gut zwei Wochen eine Offensive zur vollständigen Einnahme der nordsyrischen Metropole begonnen.

Der UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien hatte zuvor die Konfliktparteien aufgefor­dert, „alles in ihrer Macht Stehende zum Schutz der Zivilisten zu tun“ und humanitäre Helfer in die Stadt zu lassen. Ansonsten werde sich Aleppo in einen "gigantischen Friedhof“ verwandeln.

Egeland sagte, mindestens 27.000 Menschen seien aus von Aufständischen kontrollier­ten Vierteln in von der Regierung oder kurdischen Milizen gehaltene Stadtteile geflohen. Die Vereinten Nationen hätten Kontakt zu den Menschen in diesen Stadtteilen, nicht aber zu den belagerten Vierteln im Osten.

Russland, der Hauptverbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, hatte be­reits früher humanitäre Korridore in Aleppo eingerichtet, ohne dass die UN ein­ge­schal­tet war. Die von Aufständischen beschossenen Korridore wurden allerdings kaum be­nutzt.

Egeland sagte, Russland habe sich verpflichtet, die Korridore zu respektieren, und die UN sei zuversichtlich, dass auch die bewaffneten Regierungsgegner dies tun würden. Laut Egeland soll erörtert werden, die Korridore unter anderem auch für den Transport medizinischer Güter und von Nahrungsmitteln zu nutzen. Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, sagte, Priorität habe in Aleppo eine humanitäre „Pause“. © afp/aerzteblatt.de

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