NewsAuslandRussland schlägt vier humanitäre Korridore für Aleppo vor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Russland schlägt vier humanitäre Korridore für Aleppo vor

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Genf – Russland hat für den umkämpften Ostteil der syrischen Großstadt Aleppo vier humanitäre Korridore vorgeschlagen. Der Chef der UN-Hilfsmission für Syrien, Jan Ege­land, teilte heute in Genf mit, russische Vertreter wollten mit UN-Personal in Aleppo darü­ber reden, wie die Menschen über die Korridore aus der Stadt gebracht werden könnten. Egeland fügte hinzu, besonders wichtig sei das für mindestens 400 Verletzte, die drin­gend medizinische Hilfe benötigten.

Unterdessen rückten hunderte syrische Elitesoldaten weiter in den Osten Aleppos vor, um die dort noch von bewaffneten Gruppen gehaltenen Stadtteile einzunehmen. Die Armee hatte mit Unterstützung der syrischen und der russischen Luftwaffe vor gut zwei Wochen eine Offensive zur vollständigen Einnahme der nordsyrischen Metropole begonnen.

Der UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien hatte zuvor die Konfliktparteien aufgefor­dert, „alles in ihrer Macht Stehende zum Schutz der Zivilisten zu tun“ und humanitäre Helfer in die Stadt zu lassen. Ansonsten werde sich Aleppo in einen "gigantischen Friedhof“ verwandeln.

Anzeige

Egeland sagte, mindestens 27.000 Menschen seien aus von Aufständischen kontrollier­ten Vierteln in von der Regierung oder kurdischen Milizen gehaltene Stadtteile geflohen. Die Vereinten Nationen hätten Kontakt zu den Menschen in diesen Stadtteilen, nicht aber zu den belagerten Vierteln im Osten.

Russland, der Hauptverbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, hatte be­reits früher humanitäre Korridore in Aleppo eingerichtet, ohne dass die UN ein­ge­schal­tet war. Die von Aufständischen beschossenen Korridore wurden allerdings kaum be­nutzt.

Egeland sagte, Russland habe sich verpflichtet, die Korridore zu respektieren, und die UN sei zuversichtlich, dass auch die bewaffneten Regierungsgegner dies tun würden. Laut Egeland soll erörtert werden, die Korridore unter anderem auch für den Transport medizinischer Güter und von Nahrungsmitteln zu nutzen. Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, sagte, Priorität habe in Aleppo eine humanitäre „Pause“. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. September 2019
Leipzig – Rund die Hälfte der Flüchtlinge zeigt kurz nach Ankunft in Deutschland deutliche Zeichen einer psychischen Störung oder Belastung. Das ist das Ergebnis einer Studie Universitätsmedizin
Jeder zweite Geflüchtete ist psychisch belastet
18. September 2019
Brüssel – Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie unterstützt die EU-Kommission den Kongo mit weiteren Hilfsmitteln. Knapp 30 Millionen Euro werden in das ostafrikanische Land fließen, wie die Brüsseler
EU unterstützt Kampf gegen Ebola mit weiteren Millionen
18. September 2019
Berlin – Soziale Ungleichheit gefährdet der Entwicklungsorganisation Oxfam zufolge die Bildungsziele der UNO. In armen Ländern sei die Chance, dass ein Kind aus einer armen Familie die Sekundarschule
Soziale Ungleichheit gefährdet Bildungsziele der UNO
17. September 2019
Genf – Die humanitäre Hilfe steht angesichts neuartiger und längerer Konflikte sowie angesichts des Klimawandels vor immer größeren Herausforderungen. Das sagte der Präsident des Internationalen
Klimawandel und neue Konflikte fordern Helfer heraus
17. September 2019
New York – Diskriminierung und Ungleichheit weltweit gefährden nach Ansicht von Microsoft-Gründer Bill Gates (63) den Kampf gegen Krankheiten und Armut. „Wo man geboren wird und welches Geschlecht man
Weltweite Ungleichheit gefährdet Kampf gegen Armut
16. September 2019
New York – UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat eine interne Kommission zur Untersuchung von Bombardements auf Krankenhäuser im Bürgerkriegsland Syrien eingesetzt. Wie die UNO in New York
Guterres lässt Bombardements auf syrische Krankenhäuser untersuchen
16. September 2019
Rom – In Abstimmung mit den italienischen Behörden hat das Rettungsschiff „Ocean Viking“ 82 Bootsflüchtlinge zum Hafen der Insel Lampedusa gebracht. Die Ausschiffung mit Booten der Küstenwache begann
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER