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Medizin

Geburtseinleitung mit Misoprostol plus Foley-Katheter in Studie am schnellsten

Dienstag, 6. Dezember 2016

dpa

Philadelphia – Die Kombination des Prostaglandins Misoprotol mit einer zervikalen Dilatation haben in der bisher größten Vergleichsstudie am schnellsten zur Geburt des Kindes geführt, ohne die Risiken zu erhöhen. Dies geht aus einer aktuellen Publikation in Obstetrics & Gynecology (2016; 128: 1357-1364) hervor.

Es gibt verschiedene Methoden, die Geburt eines Kindes zu beschleunigen. Am weltweit häufigsten ist eine intravenöse Applikation von Oxytocin. Das Hypophysenhormon, das natürlicherweise an der Geburtseinleitung beteiligt ist, verstärkt in erster Linie die spontan eingetretenen Wehen. Das synthetische Prostaglandin Misoprostol ist dagegen in der Lage, Wehen einzuleiten. Dies ist auch durch einen Foley-Katheter möglich, der durch die Zervix bis in den Uterus vorgeschoben und dann mit Flüssigkeit gefüllt wird.

Welche Methode am schnellsten (und ohne Einbußen bei der Sicherheit) zum Ziel führt, wurde in der FORMOMI-Studie (Foley OR MisO for the Management of Induction) erstmals an einer größeren Gruppe von Frauen in einer randomisierten Studie verglichen. An der Perelman School of Medicine in Philadelphia wurden zwischen Mai 2013 und Juni 2015 491 Frauen, bei denen aus verschiedenen medizinischen Gründen eine Indikation zur Geburtseinleitung bestand, nach dem Zufallsprinzip auf vier Gruppen randomisiert: In der ersten Gruppe wurde die Geburt durch die intravaginale Applikation von Misoprostol eingeleitet. In der zweiten Gruppe wurde ein Foley-Katheter trans­zervikal eingeführt. In der dritten Gruppe wurden Foley-Katheter und Misoprostol kombiniert. In der vierten Gruppe erfolgte die Einleitung durch eine Kombination aus Foley-Katheter und Oxytocin.

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Wie Lisa Levine und Mitarbeiter berichten, führte die Kombination aus Foley-Katheter und Misoprostol nach durchschnittlich 13,1 Stunden zur Geburt. Am zweitschnellsten war die Kombination aus Foley-Katheter und Oxytocin mit 14,5 Stunden, während bei einer alleinigen Gabe von Misoprostol 17,6 Stunden und bei einem alleinigen Foley-Katheter 17,7 Stunden vergingen. Die Kombination aus Foley-Katheter und Misoprostol war sowohl bei Erstgebärenden als auch bei Multipara die schnellste Methode.

Alle vier Methoden scheinen gleich sicher zu sein. Die Rate von Kaiserschnitten war in allen vier Gruppen in etwa gleich und die Komplikationsrate für Mutter und Kind waren gleich. Bei schätzungsweise 923.000 Geburtseinleitungen pro Jahr (das ist ein Viertel aller Geburten) könnten die Geburten in den USA pro Jahr rein rechnerisch um 3 Millionen Stunden oder 125.000 Tage verkürzt werden, schreibt Levine. © rme/aerzteblatt.de

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