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Medizin

Verzehr von Nüssen vermeidet Herz-Kreislauf-Erkran­kungen und Krebs

Mittwoch, 7. Dezember 2016

dpa

Bergen/Norwegen – Bereits der Verzehr von einer Handvoll Nüssen am Tag ist laut einer Meta-Analyse von 20 prospektiven Kohortenstudien mit einer verminderten Rate von Herz-Kreislauf-Erkankungen und Krebs verbunden. Auch vor Diabetes und Infektionen könnten Walnüsse, Mandeln, Haselnüsse, Cashewnüsse, Pistazien, Pekannüsse schützen, heißt es in einer Publikation in BMC Medicine (2016; 14: 207).

Nüsse enthalten Ballaststoffe, Magnesium, mehrfach ungesättigte Fette, Vitamin E und Antioxidantien. Alle diese Bestandteile könnten helfen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, indem sie die Insulinwirkung verbessern, die Cholesterinspiegel senken sowie Lipidperoxidation oder oxidativen Stress vermindern. Nüsse enthalten weitere bioaktive Verbindungen wie Ellagsäure, Anacardsäure, Genistein, Resveratrol und Inositolphosphat, die über verschiedene Mechanismen das Krebsrisiko verringern könnten.

Nüsse stehen deshalb bei vielen Ernährungswissenschaftlern ganz oben auf der Liste der gesunden Nahrungsmittel – und Epidemiologen liefern hierzu die passenden Argumente. In einer Meta-Analyse hat Dagfinn Aune von der Technisch-Natur­wissen­schaftlichen Universität Norwegens in Bergen die Ergebnisse aus 29 Publikationen (zu 20 Kohorten) zusammengefasst. Das Datenmaterial umfasst 819.000 Teilnehmer, mit 12.000 Koronaren Herzkrankheiten, 9.000 Schlaganfällen, 18.000 Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs sowie 85.000 Todesfälle.

Aufgrund dieser großen Datenbasis waren die Ergebnisse, die bereits in früheren Untersuchungen in diese Richtung wiesen, in vielen Aspekten erstmals statistisch signifikant. Menschen, die häufig Nüsse essen, erkrankten laut den Ergebnissen von Aune zu 24 Prozent seltener an einer koronaren Herzkrankheit und zu elf Prozent seltener an einem Schlaganfall.

Das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen war insgesamt um 19 Prozent und die Krebssterblichkeit um 18 Prozent vermindert. Auch die Gesamtsterblichkeit war laut Aune um 19 Prozent niedriger. Die günstigen Effekte waren sowohl für „echte“ Baumnüsse als auch für Erdnüsse nachweisbar, die botanisch zu den Hülsenfrüchten zählen.

Der Effekt tritt bereis nach einem Verzehr von 28 Gramm Nüssen am Tag auf. Aune ermittelt einen Rückgang der koronaren Herzkrankheit um 29 Prozent, des Schlaganfall­risikos um sieben Prozent, der Herz-Kreislauf-Erkrankungen insgesamt um 21 Prozent, der Krebssterblichkeit um 15 Prozent und der Gesamtsterblichkeit um 22 Prozent. Mit der Ausnahme des Schlaganfallrisikos waren alle Assoziationen signifikant.

Darüber hinaus senken eine Handvoll Nüsse am Tag die Sterblichkeit an Atemwegs­erkrankung um 52 Prozent. Das Diabetesrisiko sinkt um 39 Prozent und Infektionen treten sogar zu 75 Prozent seltener auf.

Ob all diese Schutzeffekte bei einer Änderung der Ernährung erreicht werden, können prospektive Beobachtungsstudien allerdings nicht garantieren. Die Erfahrung zeigt, dass randomisierte klinische Studien oft zu einem anderen Ergebnis kommen. So lässt sich aus Beobachtungsstudien ein Nutzen einer vitaminreichen Ernährung ableiten. In den klinischen Behandlungsstudien kam dann heraus, dass eine hochdosierte Therapie auch schädlich sein kann.

Für Nüsse gibt es allerdings positive Ergebnisse aus einer prospektiven Interventions­studie. In der PREDIMED-Studie war der Verzehr von Nüssen mit einem verringerten Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einzelnen Krebserkrankungen (Brustkrebs) verbunden. Die Teilnehmer, die täglich Nüsse verzehrten, erkrankten auch seltener an einem metabolischen Syndrom und Diabetes, wobei sich im Einzelnen nicht trennen ließ, ob dies auf mediterrane Diät im Allgemeinen oder auf den Verzehr von Nüssen im Speziellen zurückzuführen war. 

Ärzte, die ihren Patienten zu einem vermehrten Verzehr von Nüssen raten, müssten bedenken, dass Erdnüsse Allergien auslösen können und dass der hohe Salzgehalt sich ungünstig auf den Blutdruck auswirken könnte. Da der Salzgehalt den Appetit anregt, könnte es bei vielen Menschen auch nicht beim Verzehr einer Handvoll Nüsse bleiben, was sich dann ungünstig auf die Energiebilanz auswirken könnte. © rme/aerzteblatt.de

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stemu1979
am Samstag, 21. Januar 2017, 21:31

Erdnuss

Die Erdnuss (Arachis hypogaea) gehört zur Familie der Fabaceae (Hülsenfrüchte) und ist somit keine "echte" Nuss. Das allgergieauslösende Potential von Erdnüssen würde ich daher eher den Hülsenfrüchten zuordnen als der eigentlichen Nuss. Hochwertige Walnüsse, Mandeln usw. werden ohnehin ohne Salz angeboten.

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