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Politik

HerzEffekt MV: Blaupause für Patientenversorgung

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Rostock – Die Universitätsmedizin Rostock startet Anfang 2017 ein Projekt zur vernetz­ten Versorgung von Patienten mit chronischen Herzkrankheiten im ländlichen Raum. Im Rah­men von „HerzEffekt MV“ erhalten die Patienten auf freiwilliger Basis Blutdruck-Messge­räte, Fitness-Armbänder und Waagen, deren Werte per App an ein digitales Versor­gungs­zentrum gesendet werden. Unter Koordination der Uniklinik werden die Patienten und Gesundheitsdienstleister wie Kliniken, niedergelassene Ärzte, Sanitäts­häuser oder Apotheken miteinander vernetzt, sagte der ärztliche Vorstand der Uni­medizin, Christian Schmidt, gestern in Rostock. Alle medizinischen Einrichtungen hätten Zugriff auf die Daten, Doppelt- oder gar Dreifachuntersuchungen könnten so vermieden werden.

Das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Elektronikkonzern Philips sowie den Kranken­kassen AOK und TK wird in den kommenden drei Jahren mit rund 14 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Bundes gefördert. Es soll eine bundesweite Blaupause für die ländliche Gesundheitsversorgung geliefert werden, sagte Schmidt.

Hintergrund sei, dass Mecklenburg-Vorpommern eine Vorreiterrolle bei der demogra­fi­schen Entwicklung spiele und mit seinen rund 1,6 Millionen Einwohnern vergleichsweise überschaubar sei. Es sei davon auszugehen, dass im Nordosten 20.000 bis 30.000 Menschen mit chronischen Herzerkrankungen leben.

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Würden bei den überlieferten Daten medizinische Unregelmäßigkeiten festgestellt, kann ein Mitarbeiter der bis dahin etablierten Versorgungszentren Kontakt zu den Patienten aufnehmen und Tipps oder Anweisungen für das weitere Vorgehen geben. Auch könnten die Patienten dann direkt zum Facharzt oder in die Klinik überwiesen werden, die dann schon über die notwendigen Daten verfügen. Der Rostocker Kardiologe Alper Öner er­klär­te, es sei das Ziel des Projekts, die Patienten so zu versorgen, dass sie erst gar nicht ins Krankenhaus gehen müssen.

Wie Peter Vullinghs von Philips sagte, sei das Projekt von zentraler Bedeutung für die künftige Strategie seines Unternehmens. Insgesamt sollen im Untersuchungszeitraum 3.000 Patienten erfasst werden, bis zum Sommer kommenden Jahres sollen 1.500 rekru­tiert sein. „Die Patienten haben Zugang zu diesem Netz und wissen immer ganz genau, wie es um ihre Gesundheit steht“, betonte Vullinghs. Philips stelle mit den notwendigen Geräten die Hardware aber auch die Software für das Projekt.

Der Innovationsfonds des Bundes hat für Mecklenburg-Vorpommern eine enorme Be­deu­tung, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD). Neben dem Projekt der Uniklinik Rostock sei noch die Uniklinik Greifswald mit einem Projekt zur Notfallversorgung im länd­lichen Raum bei Hautkrankheiten und der Landkreis Vorpommern-Greifswald mit der Neuausrichtung der Notfallmedizin beteiligt. © dpa/aerzteblatt.de

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