NewsÄrzteschaftOrthopäden und Unfallchirurgen drängen auf verpflichtendes Endoprothesen­register
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Orthopäden und Unfallchirurgen drängen auf verpflichtendes Endoprothesen­register

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Berlin – Alle Kliniken in Deutschland, in denen Ärzte Gelenkprothesen einsetzen, sollten sich am Endoprothesenregister Deutschlands (EPRD) beteiligen. Das fordert die Deut­sche Gesellschaft für Endoprothetik (AE), eine Sektion der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

Rund 400.000 künstliche Gelenke setzen Operateure jährlich in Deutschland in Hüfte und Knie ein. Für die Patienten bedeutet dies weniger Schmerz und mehr Mobilität. Aber eine flächendeckende Qualitätssicherung ist entscheidend, um die Qualität in der Endoprothetik zu erhalten und stetig zu verbessern. „Hier setzen wir insbesondere auf Register wie das Endoprothesenregister Deutschlands (EPRD), die die Standzeit und mittelfristig auch die Funktion der implantierten Prothesen vergleichen und es uns somit erlauben, die beste Implantatwahl für jeden Patienten zu realisieren“, erläutert der Präsident der AE, Carsten Perka.

Die Qualität eines Registers und die daraus gewonnenen Erkenntnisse hingen allerdings von zahlreichen Faktoren ab. So könne eine Prothese bei einem Patienten frühzeitiger locker werden, dies aber Ergebnis einer weit intensiveren Nutzung durch den Patienten sein. Entscheidend sei, welche Prothese zu welchem Patienten passe, das heißt, welche Aktivitäten die Prothese dem Patienten erlaube, so der Direktor des Centrums für muskuloskeletale Chirurgie an der Charité–Universitätsmedizin Berlin. Eine Entschei­dung dazu könne der Arzt nur auf Basis einer soliden Datengrundlage treffen.

Anzeige

Ein weiterer, entscheidender Faktor für die Ergebnisqualität eines Registers ist die Sorgfalt bei der Dateneingabe. „Bei steigenden Fallzahlen pro Arzt und Klinik muss der einzelne Arzt mehr Patienten versorgen. Zusätzliche administrative Aufgaben wie die Pflege eines Registers sind kaum denkbar“, erläutert Karl-Dieter Heller, Generalsekretär der AE. Ein verpflichtendes Endoprothesenregister verspreche zwar ein Mehr an Qualität, verursache aber auch beträchtlichen Aufwand, der nur durch zusätzliches Personal zu leisten sei, so Heller. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

1. Juli 2016
Freiburg – Ein bundesweit verpflichtendes Endoprothesenregister (EPRD) könnte rund zehntausend Patienten belastende Wechseloperationen ersparen und Einsparungen in Höhe von bis zu rund 100 Millionen
Massive Einsparpotenziale durch Pflicht-Endoprothesenregister
22. Oktober 2014
Berlin – Als „eine der erfolgreichsten chirurgischen Errungenschaften der Nachkriegszeit“ bewerten Orthopäden und Unfallchirurgen die Gelenkersatztherapie in Deutschland. Mehr als 90 Prozent aller
Anwendungsstandards und Register verbessern Qualität beim Gelenkersatz
4. November 2013
Berlin – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat allen Krankenhäusern empfohlen, am Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) teilzunehmen. Die DKG unterstütze das EPRD, weil es der
DKG empfiehlt Krankenhäusern Teilnahme am Endoprothesenregister
16. Oktober 2013
Berlin – Knapp vier Monate nach dem Start im Juli umfasst die Produktdatenbank des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD) mehr als 35.000 unterschiedliche Artikel. Mehr als 400 Krankenhäuser haben
Endoprothesenregister Deutschland umfasst mehr als 35.000 Produkte
18. Februar 2013
Kirkel – Der Hersteller von Orthopädieprodukten Depuy Synthes, eine Tochter von Johnson & Johnson, muss erneut eine Hüftendoprothese vom Markt nehmen, nachdem es in zwei Patientenregistern zu
Depuy: Rücknahme von Adept-Hüftendoprothesen
6. Dezember 2012
Hamburg – Erste Erfahrungen zweier Hamburger Kliniken, die am bundesweiten Probebetrieb des Endoprothesenregisters (EPRD) teilnehmen, sind positiv. Neben der Helios Endo-Klinik Hamburg ist das Zentrum
Hüft- und Knie-Operationen: Endoprothesenregister in Hamburg gestartet
9. August 2012
Frankfurt/Main - Jährlich werden in Deutschland 350.000 bis 400.000 Hüft- und Knie-Endoprothesen implantiert. In der Regel handelt es sich dabei um Routineoperationen – jedoch kam es allein im Jahr

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER