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Millionenstrafe gegen Pfizer wegen drastischer Preiserhöhung

Mittwoch, 7. Dezember 2016

London – Die britische Kartellaufsichtsbehörde fordert vom US-Pharmakonzern Pfizer ei­nen Millionenbetrag wegen einer drastischen Preiserhöhung. Gegen Pfizer sei eine Re­kordstrafe von 84,2 Millionen Pfund (fast 100 Millionen Euro) verhängt worden, teilte die Wettbewerbs- und Marktbehörde (CMA) heute mit.

Der Arzneimittelhändler Flynn Pharma soll demnach 5,2 Millionen Pfund bezahlen. Bei­den Firmen wird vorgeworfen, für ein Epilep­siemedikament „übertriebene und unfaire Preise“ verlangt zu haben. Pfizer habe gegen das Wettbewerbsgesetz verstoßen, hieß es von der CMA. Die Behörde wies Pfizer und Flynn an, die Preise zu senken.

Den Wettbewerbshütern zufolge waren die Kosten des Mittels im September 2012 über Nacht um bis zu 2.600 Prozent gestiegen, nachdem es auch als Nachahmer-Präparat (Generikum) angeboten worden war. Dadurch hätten sich die Ausgaben der britischen Gesundheitsbehörde NHS für die Kapseln bis zum Jahr 2013 von rund zwei Millionen Pfund auf 50 Millionen Pfund erhöht. Der Preis in Großbritannien sei damit um ein Viel­faches höher gewesen als in anderen europäischen Ländern.

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Die drastische Preiserhöhung führte laut CMA dazu, dass der staatliche Gesund­heits­dienst  im Jahr 2013 rund 50 Millionen Pfund für das Medikament ausgeben musste – nach rund zwei Millionen im vorangegangenen Jahr. Der Preis im Vereinigten König­reich sei „um ein Vielfaches höher“ ausgefallen als in jedem anderen europäischen Land.

Pfizer wies die Vorwürfe zurück und will nun Berufung gegen die Entscheidung einlegen. Man habe mit den Phenytoin-Kapseln damals Verluste gemacht, erklärte eine Spre­che­rin. Der ursprünglich von Flynn festgelegte Preis sei aber sogar deutlich niedriger als der­jenige eines alternativen NHS-Lieferanten gewesen.

Rund 48.000 Epileptiker in Großbritannien sind laut CMA auf das Medikament ange­wie­sen. Die Pillen werden verschrieben, um Krampfanfälle bei den Patienten zu verhindern und zu kontrollieren. Da empfohlen wird, dass Epileptiker ihre Medikamente nicht wech­seln, hatte der NHS laut CMA keine Wahl, als den enormen Preisaufschlag zu bezahlen. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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