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Ärzteschaft

Immer mehr Ärzte im Förderprogramm Allgemeinmedizin

Donnerstag, 8. Dezember 2016

/dpa

Berlin – Seit dem Start des überarbeiteten Förderprogramms für die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin nehmen jedes Jahr mehr Ärzte daran teil. Mittlerweile ist die ange­streb­te Marke von 5.000 Vollzeitstellen nahezu erreicht. Das zeigt der sechste Evaluationsbe­richt zur Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin, den die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) vorgestellt hat. Die Auswertung bezieht sich auf 2015.

Danach erhielten bundesweit insgesamt 5.395 Ärzte in Weiterbildung im ambulanten Be­reich die Förderung. Allerdings arbeiteten viele von ihnen in Teilzeit, so dass die Zahl ei­nem Vollzeitäquivalent von rund 3.023 Stellen entspricht. 71,25 Prozent von ihnen waren Frauen. Im Jahr 2010 beteiligten sich 3.258 Ärzte an dem Programm, das entsprach 1.809 Vollzeitstellen. Im vergangenen Jahr erhielten diese Ärzte in Weiterbildung Förder­mittel von insgesamt rund 127 Millionen Euro. Diese wurden zur Hälfte von den Kassen­ärztlichen Vereinigun­gen (KVen) und den Krankenkassen getragen.

Im stationären Bereich erhielten insgesamt 2.810 Ärzte in Weiterbildung an 806 Kliniken die Förderung. Dies entspricht einem Vollzeitäquivalent von 1.714 Stellen. Im Jahr 2010 hatte es bei 1.173 Stellen gelegen. 2015 flossen rund 16,25 Millionen Euro an Förder­mitteln in diesen Bereich.

Die Partner des Förderprogramms sind der Spitzenverband der gesetzlichen Kranken­ver­sicherung (GKV-Spitzenverband), die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die KBV unter Beteiligung des Verbandes der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV-Ver­band) und der Bundes­ärzte­kammer (BÄK).

Sie ziehen ein positives Fazit der Evaluation: „Als besonders positiv zu bewerten ist die Tatsache, dass die Anzahl der teilnehmenden Weiterbildungsstätten im Berichtsjahr um elf Prozent angestiegen ist und nunmehr 40 Prozent aller Krankenhäuser Weiterbil­dungs­stellen im stationären Bereich für die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin zur Verfügung stellen“, so ihr Resümee.

Die im Jahr 2010 umgesetzten Veränderungen bei der Förderung hätten sich also be­währt. Das Jahr bezeichnet bei der Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin eine Zäsur. Seitdem erhält der weiterbildende Arzt 3.500 Euro monatlich, um Weiterbil­dungs­assistenten in der Praxis zu bezahlen. Zuschläge in unterversorgten Bereichen sind möglich. Zuvor waren es nur 2.040 Euro. Im stationären Bereich beträgt die Förder­höhe von GKV und PKV im Berichtsjahr überwiegend 1.750 Euro.

Außerdem wurden Koordinierungsstellen auf Landesebene eingerichtet, die die angeh­en­den Hausärzte bei der Organisation ihrer Weiterbildung unterstützen und zwischen Arzt­praxen und Krankenhäusern vermitteln. Außerdem werden zusätzliche Weiterbil­dungs­kurse seither ebenfalls gefördert.

Die KBV hatte in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass diese Förderung der Wei­terbildung zwar wichtig und sinnvoll sei, aber nicht ausreiche. „Der positive Trend, der den seit 1. Januar 2010 in Kraft getretenen strukturellen und finanziellen Änderungen zu­geschrieben wird, erfährt mit den in 2015 in Kraft getretenen gesetzlichen Änderungen wei­tere Unterstützung“, schreiben die Projektpartner im neuen Evaluationsbericht mit Blick auf den neuen Paragrafen 75a im fünften Sozialgesetzbuch.

Danach können jährlich 7.000 allgemeinmedizinische Weiterbildungsstellen gefördert werden. Neben den Koordinierungsstellen gibt es die Möglichkeit, sogenannte Kompe­tenzzentren zu errichten, die sich mit zusätzlichen didaktischen Angeboten an Weiter­bil­der und Ärzte in Weiterbildung richten. Außerdem werden bundesweit auch 1.000 ambu­lante Weiterbildungsstellen in anderen Fachgebieten gefördert. Die Fördersumme steigt im ambulanten Bereich auf 4.800 Euro.

© hil/aerzteblatt.de

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