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Jugendgesundheits­untersuchung J1 ist kaum bekannt

Donnerstag, 15. Dezember 2016

München – Auf ein Jubiläum bei der Prävention unter Kindern und Jugendlichen hat jetzt die Stiftung Kindergesundheit in München hingewiesen. Danach sind die ersten Kinder, die 1971 in der Bundesrepublik an einer kostenlosen Vorsorgeuntersuchung teilnehmen durften, jetzt 45 Jahre alt geworden. „Mit jährlich über fünf Millionen Untersuchungen von der U1 bis U9 und einer Beteiligungsrate von weit über 90 Prozent hat sich das Programm zu einem einmaligen Erfolgsmodell entwickelt“, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Berthold Koletzko.

Die vom 12. bis zum 15. Geburtstag angebotene Jugendgesundheitsuntersuchung J1 werde dagegen zu wenig genutzt. Eine Auswertung der Abrechnungsdaten von knapp einer Million Jugendlichen, die in den Jahren 2009 bis 2014 in deutschen Arztpraxen am J1-Gesundheits-Check teilgenommen hatten, ergab laut der Stiftung zwar einen leichten Anstieg der Teilnehmerraten von 43,4 Prozent beim Geburtsjahrgang 1995 auf 47,7 Prozent beim Jahrgang 1999. Damit nehme aber immer noch mehr als jeder zweite Jugendliche nicht an der Untersuchung teil.

Uta Nennstiel-Ratzel vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebens­mittel­sicherheit berichtete auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin DGKJ in Hamburg: „Zur Erforschung der Gründe wurden im Großraum München qualitative Gruppeninterviews mit Jugendlichen geführt und 1.500 Fragebögen an zufällig ausgewählte Eltern von 12- bis 14-Jährigen verschickt. Als häufigster Grund für eine nicht wahrgenommene J1 wurde von beiden Gruppen ange­ge­ben, dass die J1 nicht bekannt sei.“

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Das Bayerische Landesamt hat daher zusammen mit der Stiftung Kindergesundheit die Informationskampagne „Dein Ticket zur J1“ entwickelt. Sie wird in drei bayerischen Landkreisen wissenschaftlich evaluiert: In einem der Landkreise werden die Jugend­lichen mit einem Brief nach Hause an die J1 erinnert, in einem anderen erhalten sie eine Informationsbroschüre in der Schule, im dritten werden beide Wege gewählt. Ein „Ticket für die J1“ liegt jedem Schreiben bei.

Bei der J1 beurteilt der Kinder- und Jugendarzt auffällige seelische Entwicklungen und Verhaltensstörungen, eruiert Schulleistungsprobleme, Hautprobleme, Störung des Wachstums und der körperlichen Entwicklung sowie Erkrankungen der Hals-, Brust- und Bauchorgane. Er beantwortet Fragen der Jugendlichen bezüglich des Sexualverhaltens. Weitere Themen sind der Impfstatus und gesundheitsgefährdendes Verhalten wie Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum. © hil/aerzteblatt.de

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