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Nichtärztliche Praxisassistenten: Bessere Vergütung und Förderung für mehr Praxen

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat mit den Krankenkassen bessere Rahmenbedingungen für die Anstellung von qualifizierten nichtärztlichen Praxis­assistenten (NäPa) zur Entlastung von Hausärzten ausgehandelt. Im Augenblick werden die für die NäPa zur Verfügung stehenden Mittel von jährlich rund 118 Millionen Euro nicht ausgeschöpft.

„Das Angebot ist jetzt insgesamt attraktiver“, sagte die stellvertreten­de KBV-Vorstandsvorsitzende Regina Feldmann. Vor allem der sogenannte Strukturzu­schlag werde deutlich angehoben. Außerdem könnten nach den neuen Regelungen deutlich mehr Praxen die Assistenten anstellen. Sie hoffe, dass sich jetzt mehr Haus­ärzte entschließen, einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten anzustellen. „Wir brauchen diese Unterstützung dringend für die Hausarztpraxen“, sagte sie in einem Video-Interview mit KV-on, dem Videokanal der KBV und der Kassenärztlichen Vereinigungen.

Fördervoraussetzungen
Damit mehr Hausarztpraxen NäPa anstellen können, werden die Förderkriterien ange­passt. Ab dem kommenden Jahr kann ein Hausarzt mit einer vollen Zulassung einen Praxisassistenten genehmigt bekommen, wenn er durchschnittlich mindestens 700 Behandlungsfälle je Quartal oder durchschnittlich 120 Fälle je Quartal bei über 75-jährigen Patienten nachweist. Bislang hatte die Grenze bei 860 Fällen je Quartal oder durchschnittlich 160 Fällen je Quartal bei über 75-jährigen Patienten gelegen.

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Für jeden weiteren Hausarzt mit vollem Tätigkeitsumfang in der Praxis erhöht sich die Fallzahl um 521 beziehungsweise um 80 Fälle je Arzt.

Regina Feldmann über die neuen Rahmenbedingungen zur Anstellung von NäPa. /KV-on

Bessere Vergütung
Ab Januar 2017 erhalten Hausärzte mehr Geld, wenn sie einen Praxisassistenten an­stel­­len. Der Strukturzuschlag für Kosten wie Ausbildung, höhere Gehälter und zusätz­liche Praxisausstattung (GOP 03060) wird angehoben: Er steigt von jetzt 2,30 deutlich auf 3,58 Euro je Behandlungsfall. Er wird auf die hausärztliche Strukturpauschale (GOP 03040) gezahlt, und zwar künftig für bis zu 700 Fälle. Die Höchstgrenze lag bislang bei 584 Fällen. Damit erhalten Ärzte ab Januar bis zu 2.506 Euro im Quartal und damit eine fast doppelt so hohe Förderung wie bislang.

Auch die Vergütung für Hausbesuche steigt: Die Praxis erhält für den Hausbesuch eines NäPa künftig 19,59 Euro statt 17,32 Euro (GOP 03062). Für den Mitbesuch (GOP 03063) werden 14,32 Euro statt 12,73 Euro gezahlt. Ab Januar kann auch der erste Besuch eines Patienten in Alten- oder Pflegeheimen beziehungsweise in anderen beschüt­zenden Einrichtungen über die höher bewertete GOP 03062 abgerechnet werden. Bislang konnte dafür nur die GOP 03063 berechnet werden. Weitere Besuche bei anderen Patienten in derselben sozialen Gemeinschaft sind weiterhin mit der GOP 03063 abzurechnen.

Eine Absage erteilten die Kassen allerdings der KBV-Forderung, auch Versorgungs­assistenten in der Hausarztpraxis (VERAH) ohne zusätzliche Fortbildung bundesweit als NäPa anzuerkennen.

Gegen die Stimmen der Kassen konnte die KBV im erweiterten Bewertungsausschuss aber erreichen, dass die Hälfte der nicht abgerufenen Finanzmittel weiterhin für die hausärztliche Versorgung zur Verfügung steht. Das sind für die Jahre 2015 und 2016 voraussichtlich rund 65 bis 70 Millionen Euro. Der unparteiische Vorsitzende forderte KBV und GKV-Spitzenverband auf, bis Ende März 2017 Vorschläge zu erarbeiten, welche Leistungen und Strukturen in der hausärztlichen Versorgung mit dem Geld gefördert werden sollen. © hil/aerzteblatt.de

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