Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Telekonsile: Vereinbarung zur Vergütung geschlossen

Freitag, 16. Dezember 2016

/dpa

Berlin – Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband haben sich auf die Vergütung zur telemedi­zini­schen Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen ge­ei­nigt. Die entsprechenden An­passungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) hat der Bewertungsausschuss beschlossen. Die Vergütungsregelungen treten zum 1. April 2017 in Kraft. Das E-Health-Gesetz sieht vor, dass mit Beginn des zweiten Quartals 2017 Telekonsile zwischen Ärzten zur Befundbeurteilung von Röntgen- und CT-Auf­nah­men vergütet wer­den sollen. Bei bestimmten medizinischen Fragestellungen ist damit ein schneller fachli­cher Austausch möglich.

Für die Abrechnung der Telekonsile gibt es laut KBV künftig vier neue Gebührenord­nungs­­­­po­sitio­nen (GOP). Dazu wird ein Abschnitt 34.8 in das Kapitel 34 (Diagnostische und interven­ti­o­nelle Radiologie, Computertomographie und Magnetfeld-Resonanz-To­mo­graphie) des EBM aufgenommen. Das Einholen einer telekonsiliarischen Befund­beur­tei­lung von Röntgen- und/oder CT-Auf­nahmen rechnen Ärzte über die GOP 34800 ab, sie erhalten dafür 9,58 Euro.

Die Beauftragung wird für maximal 3,75 Prozent der Behand­lungsfälle einer Praxis vergütet, in denen mindestens eine Röntgen- oder CT-Aufnahme berechnet wurde, für die ein Telekonsil grundsätzlich infrage käme. Für die Befundung der Aufnahmen werden drei GOP – eine für Röntgenaufnahmen, zwei für CT-Aufnahmen – in den EBM eingeführt. Sie werden mit bis zu 40 Euro vergütet. Die Finanzierung er­folgt außerhalb der morbiditätsbedingen Gesamtvergütung und damit extrabudgetär.

Ärzte können Telekonsile durchführen, wenn die medizinische Fragestellung nicht in das Fachgebiet des Arztes, der das Telekonsil einholt, fällt. Auch bei Vorliegen einer beson­ders komplexen medizinischen Fragestellung, die eine telekonsiliarische Zweitbefun­dung erforderlich macht, ist eine Abrechnung möglich. Nicht berechnet werden können diese Leistungen innerhalb von Medizinischen Versorgungszentren, Apparategemein­schaften und ähnlichen Einrichtungen sowie im Rahmen des Mammographie-Screening-Pro­gramms.

Im September hatten KBV und GKV-Spitzenverband in einem ersten Schritt die Anforde­rungen an die technischen Verfahren, beispielsweise an den Kommunika­tions­dienst für die Übermittlung der Bilder, vereinbart. Diese Vereinbarung benennt auch fachliche An­forderungen: So dürfen Telekonsile nur von Vertragsärzten mit einer entsprechenden Genehmigung zur Durchführung von Röntgen- und/oder CT-Untersuchungen veranlasst oder durchgeführt werden. Die Ärzte müssen über die entsprechenden apparativen Vo­raussetzungen zur Befundung verfügen. © EB/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

25. Mai 2018
Dresden – Die Überwachung von Vitalparametern kommt nicht nur Patienten auf einer Intensivstation zugute. In der Chirurgie des Dresdner Universitätsklinikums Carl Gustav Carus (UKD) wurden in einem
Frühwarnsystem auf Normalstation sorgt für weniger Herzstillstände
24. Mai 2018
Berlin – Die Verschlüsselung des ärztlichen Kommunikationsdienstes KV-Connect ist nicht von aktuell debattierten Sicherheitslücken betroffen. Darauf haben Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und
KV-Connect nicht von Verschlüsselungslücken betroffen
22. Mai 2018
Berlin – Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), hat einen Neustart für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) angeregt. Das System der eGK sei völlig veraltet. „Wir sollten
Montgomery für Neustart der elektronischen Gesundheitskarte
18. Mai 2018
Leipzig – Die gesetzlichen und privaten Krankenversicherer in Deutschland (GKV und PKV) setzen zunehmend auf digitale Informations- und Kommunikationstechnologien. Das berichten Wissenschaftler des
Digitalisierung wird Patienten stärker in den Mittelpunkt rücken
16. Mai 2018
Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützt eine Anbindung von Gesundheitsdaten an ein geplantes zentrales Bürgerportal. „Wir brauchen die konsequente Digitalisierung von Verwaltung – und
Merkel für Anbindung von Gesundheitsdaten an „Bürgerportal“
15. Mai 2018
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hält am Aufbau der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) und an der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) fest. Das hat das Bundesministerium für Gesundheit
Spahn hält an Tele­ma­tik­infra­struk­tur und elektronischer Gesundheitskarte fest
14. Mai 2018
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) sucht als Alternative zur elektronischen Gesundheitskarte (eGK) nach einer einfachen Lösung für das Handy. Die Karte sei nicht die attraktivste

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige