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Medizin

Diabetes: Diese hormonellen Verhütungsmethoden haben das geringste Thromboserisiko

Dienstag, 27. Dezember 2016

/ Tim Reckmann, pixelio.de

Sacramento – Das Risiko für Frauen mit Diabetes Typ 1 und 2, die hormonelle Verhütungsmethoden anwenden, einen venösen oder ar­teriellen Gefäßve­rschluss zu entwickeln, ist gering. Am höchsten ist die Gefahr jedoch mit einem Verhütungspflaster, das kleinste Risiko bergen Spirale und subdermale Implantate. So lauten die Ergebnisse einer Studie, die kürzlich in Diabetes Care publiziert wurden (2016, doi: 10.2337/dc16-1534).

Menschen mit Diabetes sterben zwei- bis viermal häufiger aufgrund einer Herzkrankheit. Hormonhaltige Kontrazeptiva erhöhen das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Blutgerinnsel zudem. Forscher um Eleanor Bimla Schwarz von der Division of General Internal Medicine an der University of California in Sacramento haben daher hormonelle Verhütungsmittel bei fast 150.000 Frauen mit Diabetes verglichen. Das entspricht fast 480.000 Frauenjahren (FJ) für den untersuchten Studienzeitraum. Ziel war es, jene Kontrazeptiva ausfindig zu machen, die die geringste Risikosteigerung für Diabetiker bedeuten.

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Untersuchte Verhütungsmethoden /
Fälle von Thromboembolie pro Frauenjahre (FJ)

  • transdermale Pflaster (16,4 pro 10.000 FJ, n = 2.224)
  • Progestin-Pille (13,7 pro 10.000 FJ, n = 3.306)
  • Vaginalring (13,5 pro 10.000 FJ, n = 2.026)
  • orale Kontrazeptiva mit unterschiedlichen Hormonkombinationen (9,9 bis 10,4 pro 10.000 FJ, östrogenhaltig n = 35.361)
  • Injektion von Depo-Medroxyprogesteronacetat (DMPA) für 196 Tage (12,5 pro 10.000 FJ, n = 2.266)
  • subkutanes Implantat (0 pro 163 FJ, n = 124)
  • Spirale (6 pro 10.000 FJ, n = 2.026) (Progestin, n = 8.250)

Am wahrscheinlichsten, und immer noch sehr selten, trat eine Thromboembolie bei Frauen auf, die mit einem Hormon­pflaster verhüteten. An zweiter Stelle folgten orale progestinhaltige Pillen, Vaginalringe und verschiedene Kombina­tionen von Hormonpillen. Die Östrogen­dosierung hatte hierbei keinen Einfluss auf das Thromboembolierisiko. Insge­samt traten in den fast 480.000 Frauen­jahren etwas mehr als 3.000 Fälle von Thromboembolie auf (6,3/1.000 Frauen­jahre). Die Teilnehmerinnen waren im Alter zwischen 14 und 44 Jahren, jede vierte verhütete mit östrogenhaltigen Kontrazeptiva. Frauen, die keine hormo­nellen Verhütungsmethoden nutzen, leben mit einem Risiko von 5,8 pro 1.000 FJ. Hierbei müsse man allerdings bedenken, dass unabhängig von jeglicher hormonellen Verhütung die Schwangerschaft selbst das höchste Risiko birgt, dass sich ein Thrombus bildet, betont Schwarz.

Im Rahmen der Auswertung der Studiendaten mussten die Autoren jedoch feststellen, dass ein Großteil der Frauen mit Diabetes (72 %) in den USA keine Kontrazeptiva ver­schrieben bekommen. Das findet auch die Erstautorin Sarah O'Brien, vom Nationwide Children’s Hospital in Columbus beunruhigend: „Der Zeitpunkt der Schwangerschafts­planung ist für Frauen mit Diabetes besonders wichtig.“ Denn durch eine gute Blut­zuckereinstellung während der Schwangerschaft lassen sich die Risiken für Mutter und Kind auf ein Minimum reduzieren. „Ärzte müssen sich bewusst darüber werden, dass Verhütung nicht automatisch die Pille bedeuten muss“, sagt die Internistin Schwarz. Für Menschen mit Diabetes gebe es andere, sichere Möglichkeiten. Sie müssten Diabetike­rinnen jedoch auch angeboten werden. © gie/aerzteblatt.de

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