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Medizin

Demenz: Mehrere Saunagänge die Woche reduzieren das Risiko

Donnerstag, 5. Januar 2017

/ roesli48, pixelio.de

Kuopio – Männer, die vier- bis siebenmal pro Woche in die Sauna gehen, verringern ihr Risiko, an Demenz zu erkranken. Eine Beobachtungsstudie in Finnland kam zu dem Ergebnis, dass häufige Saunagänge die Demenzdiagnose um 66 Prozent und die Alzheimerdiagnose um 65 Prozent reduzieren im Vergleich zu jenen, die nur einmal wöchentlich saunierten. Die Ergebnisse wurden in Age and Ageing publiziert (2016; doi: 10.1093/ageing/afw212).

Zwischen 1984 und 1989 führten finnische Forscher eine prospektive Studie mit 3.433 Männern im Alter von 42 bis 60 Jahren durch, die Kuopio Ischemic Heart Disease risk factor study. Ursprüngliches Ziel war es, Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankun­gen zu analysieren. Einen positiven Effekt konnten das Team um Tanjaniina Laukkanen vom Institute of Public Health and Clinical Nutrition, University of Eastern Finland, Kuopio bereits damals feststellen. Regelmäßige Saunagänge gingen einher mit einem geringe­ren Risiko für einen plötzlichen Herztod, kardiovaskuläre Erkrankungen und auch einer reduzierten Sterblichkeit insgesamt. 

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In der aktuellen Erhebung konnten sie erstmals eine Auswirkung auf das Gedächtnis beobachten. Dafür untersuchten die Forscher eine Subgruppe von 2.315 Teilnehmern, die mindestens einmal die Woche eine Sauna besuchten. Bis ins Jahr 2013 wurden anschließend alle Fälle von Demenz erfasst. Insgesamt waren es 204 neu diagnosti­zierte Demenzfälle und 123 Männer, die an Alzheimer erkrankten. Der positive Effekt, den das Saunieren auf das Erinnerungsvermögen und das Herz hat, wären demnach vergleichbar groß, erklärt Laukkanen.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, können andere Einflussfaktoren nie ganz ausgeschlossen werden, räumt die Erstautorin ein. Fehlerquellen, die sich eben­falls auf die Gesundheit und das vaskuläre Risiko auswirken könnten, wurden daher einbezogen. Dazu zählten unter anderem das Alter, Alkoholkomsum, Body-Mass-Index, Blutdruck, Rauchen, Diabetes Typ 2 oder frühere Herzinfarkte. Eine gesunde Ernährung oder sportliche Aktivitäten haben die Forscher nicht erhoben.

Über den ursächlichen Zusammenhang kann bisher nur spekuliert werden: „Wir wissen, dass eine kardiovaskuläre Gesundheit sich auf das Gehirn auswirkt“, sagt Laukkanen. Zudem könnte das gute und entspannte Gefühl, das viele Menschen in der Sauna empfinden, eine Rolle spielen. Durch das Schwitzen der Haut verliert der Körper Flüssigkeit. Die Atem- und die Herzfrequenz erhöhen sich, die Blutgefäße erweitern sich, um mehr Blut durch die Gefäße zu pumpen. Während diese leichten körperlichen Belastungen bei gesunden Menschen dazu führen, dass sich die Muskeln entspannen, warnen manche Experten vor den Risiken für Menschen mit Herzerkrankungen.

Saunabesuch mit Einschränkung für Herzpatienten
Gerd Haßenfuss von der Klinik für Kardiologie und Pneumologie in Münster: „Bei Herz­patienten besteht kein grundsätzliches Verbot, in die Sauna zu gehen.“ Ein Sauna­besuch enspreche einer mittleren Belastungsstufe. Patienten mit koronarer Herzerkran­kung, die auf mittlerer Belastungsstufe beschwerdefrei seien, könnten demnach ohne Bedenken die Sauna besuchen. Zu hohe Temperaturen sollten sie allerdings vermeiden, und der Aufenthalt in der Sauna sollte nicht über 15 Minuten andauern. Nach dem Saunabesuch rät der Experte der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin davon ab, zu kalt zu duschen. Auch Kalttauchbecken sollten Patienten mit Herzschwäche nicht ausuchen.

Ein striktes Verbot gilt jedoch für Patienten, die innerhalb der vergangenen vier Wochen einen Herzinfarkt durchgemacht haben. „Sie dürfen keine Sauna besuchen.“ Außerdem sollten Patienten mit einer akuten Herzmuskelentzündung nicht in die Sauna gehen. © gie/aerzteblatt.de

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