NewsÄrzteschaftPatienten profitieren von Chronikerprogrammen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Patienten profitieren von Chronikerprogrammen

Dienstag, 20. Dezember 2016

Düsseldorf – Chronikerprogramme (Disease-Management-Program­me, DMP) ver­bess­ern die Versorgung von Patienten mit chronischen Erkrankungen. Zu diesem Fazit ge­langt die „Nordrheinische Gemeinsame Einrichtung DMP“ in ihrem neuen Qualitätsbericht für das Jahr 2015. Ein Problem seien allerdings multimorbide Patienten, die im Rahmen mehrerer Programme betreut würden.

Der Bericht wertet die ärztlichen Dokumentationen der nordrheinischen DMP-Teilnehmer aus. Danach stieg die Zahl der behandelten chronisch kranken Patienten seit dem Jahr 2010 um rund 113.000 auf aktuell über 856.000. Das DMP Diabetes mellitus Typ 2 er­reicht mittlerweile nahezu neun von zehn Patienten im Rheinland. Steigende Patien­ten­zahlen weisen auch die DMP Diabetes mellitus Typ 1, Asthma und COPD auf.

Laut Bericht ist in den vergangenen zwölf Jahren bei Diabetikern des Typs 2 die Anzahl von Fußamputationen, neurologischen Schäden und Augenschäden deutlich zurückge­gangen. Auch die Blutzuckerwerte verbessern sich bei Patienten, die am DMP teilneh­men. Wie der Bericht zeigt, hat eine kleine Gruppe von Patienten, die ihre Arzt­termine nur sehr unregelmäßig wahrnimmt, deutlich schlechtere Blutzuckerwerte und ein höheres Herzinfarktrisiko als jene Patienten, die regelmäßig – und damit im Sinne des DMP-Ge­dan­kens – an den Programmen teilnehmen.

Anzeige

Das Kapitel „Multimorbidität und Mehrfachbetreuung im DMP“ beschreibt die Gruppe der über 100.000 DMP-Patienten, die gleich an mehreren Programmen teilnehmen. Dies ist eine große Herausforderung für den betreuenden Arzt, sind doch zum Beispiel bei Pa­tien­ten, die in den DMP Diabetes, KHK, Asthma und COPD eingeschrieben sind, bis zu sieben medikamentenbezogene Qualitätsziele zu beachten.

„Wir sind überzeugt, dass das Gesundheitssystem neue Wege finden muss, eine struk­tu­rierte Behandlung mehrerer Erkrankungen zu ermöglichen. Eine bloße Anhäufung von Qualitätszielen aus den Leitlinien einzelner Indikationen würde dem multimorbiden Pa­tien­ten nicht gerecht“, sagte AOK-Vorstand Matthias Mohrmann. „Insbesondere für Haus­arztpraxen sollten wir schon jetzt darüber nachdenken, wie sich der Zeit bean­spru­chende Dokumentationsaufwand minimieren lässt, ohne den Qualitätsaspekt zu vernach­lässi­gen“, ergänzte Bernhard Brautmeier, stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein.

Im Augenblick existieren sechs DMP: Diabetes mellitus Typ 2 (2003), Brustkrebs (2003), Koronare Herzkrankheit (2004), Diabetes mellitus Typ 1 (2005) sowie Asthma bronchia­le und chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (2006). Ein Modul zur Behandlung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz ist seit Juli 2010 ein verpflichtender Bestandteil des DMP Koronare Herzkrankheit. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #79783
Practicus
am Montag, 26. Dezember 2016, 20:23

Ich nehme

an keinem der DMPs teil. Da ich einen erheblichen Teil meines Einkommens aus der Substitution Drogenabhängiger erziele, bin ich auf die paar Euros nicht angewiesen, für die ich sonst meine Therapiehoheit in wesentlichen Teilen an die Krankenkassen abtreten müsste...
Die scheuen sich ja nicht, ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen (stichwort Morbi-RSA) über die Gesundheit ihrer Versicherten zu stellen. Allein der Tsunami an unnötig insulinisierten Typ-2-Diabetikern im DMP solte doch abschreckend genug sein...
Avatar #103970
DöringDöring
am Dienstag, 20. Dezember 2016, 23:00

Patienten profitieren von Chronikerprogrammen

Kaum zu glauben. Ich glaub es jedenfalls nicht.
Avatar #103970
DöringDöring
am Dienstag, 20. Dezember 2016, 23:00

Patienten profitieren von Chronikerprogrammen

Kaum zu glauben. Ich glaub es jedenfalls nicht.
LNS

Nachrichten zum Thema

3. September 2020
Köln – Viele Versorgungsaspekte des gültigen Chronikerprogramms (Disease Management Programm, DMP) Brustkrebs sollten oder könnten überarbeitet werden. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des
IQWiG sieht Änderungsbedarf beim Chronikerprogramm zu Brustkrebs
14. Juli 2020
Düsseldorf – 8,2 Prozent der Menschen sind im Rheinland an Typ-2-Diabetes erkrankt. Neben Übergewicht, Bewegungsmangel und erblichen Faktoren spielt der soziale Faktor offenbar eine bedeutsame Rolle –
Sozialer Status wesentlicher Risikofaktor für Typ-2-Diabetes
20. Mai 2020
Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), der Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND) und andere haben Ausnahmeregelungen in einigen Bundesländern begrüßt, die die Videoschulung
Diabetologen begrüßen Angebote zur Videoschulung
9. April 2020
Berlin – Die vorgeschriebenen quartalsbezogenen Kontrolluntersuchungen in Disease-Management-Programmen (DMP) dürfen ausfallen, wenn es medizinisch vertretbar ist. Auch Schulungen können verschoben
Kontrolluntersuchungen für chronisch Kranke dürfen ausfallen
6. März 2020
Berlin – Disease-Management-Programme (DMP) für Patienten mit Diabetes kommen vor allem Frauen zugute. Das geht aus einer Bilanz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) anlässlich des 20-jährigen
Diabetes: Frauen profitieren mehr von Disease-Management-Programm
16. Januar 2020
Berlin – Patienten mit Osteoporose können sich unter bestimmten Bedingungen zukünftig in einem strukturierten Behandlungsprogramm (Disease-Management-Programm, DMP) versorgen lassen. Der Gemeinsame
Disease-Management-Programm für Osteoporose verabschiedet
20. Dezember 2019
Düsseldorf – Immer mehr Patienten in Nordrhein profitieren von strukturierten Behandlungsprogrammen, sogenannten Disease-Management-Programmen (DMP). Das zeigt der Qualitätsbericht 2018 des
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER