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Politik

Krankenkassen entscheiden über Zusatzbeiträge

Mittwoch, 21. Dezember 2016

/dpa

Jena/Dresden – Die Verwaltungsräte mehrerer Krankenkassen entscheiden in diesen Ta­gen darüber, wie hoch die Zusatzbeiträge für die Versicherten im kommenden Jahr aus­fallen werden – und damit auch, wie hoch der Beitragssatz sein wird. Unter den Kassen sind zum Beispiel die Techniker Krankenkasse (TK), die Barmer GEK und die AOK Plus.

Versicherte der Krankenkasse AOK Plus in Thüringen und Sachsen müssen vom kom­menden Jahr an zum Beispiel einen höheren Beitrag für die Kran­ken­ver­siche­rung be­zah­len. Der Bei­tragssatz steigt nach einem Beschluss des Verwaltungsrats um 0,3 Pro­zent­punkte auf 15,2 Prozent. Er liegt damit aber weiter deutlich unter dem durchschnittlichen Zusatz­bei­tragssatz in der gesetzlichen Krankenversi­che­rung (GKV), den das Bundesmi­nis­terium für Gesundheit (BMG) für 2017 auf 1,1 Prozent festgesetzt hat. Der durch­schnitt­liche Beitragssatz beliefe sich damit auf 15,7 Prozent. Die Kassen können davon jedoch abweichen.

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Bei den Krankenkassen wird ein allgemeiner Beitragssatz von 14,6 Prozent je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert. Darüber hinausgehende Kosten müssen die Versicherten in Form von kassenindividuellen Zusatzbeiträgen alleine tragen. Erhöht eine Krankenkasse ihren kassenindividuellen Zusatzbeitrag, haben die Mitglieder ein Son­derkündigungsrecht. Sie können in eine andere Kasse wechseln.

Der Verwaltungsratsvorsitzende der AOK Plus, Sven Nobereit, begründete den Anstieg mit erwarteten Mehrbelastungen von rund 350 Millionen Euro in den nächsten drei Jah­ren als Folge neuer Gesundheitsgesetze. Die Kasse hat in beiden Bundeslän­dern rund 3,1 Millionen Versicherte – 2,1 Millionen in Sachsen und 932.000 in Thürin­gen.

Nach dem beschlossenen Haushalt stellt die AOK Plus im kommenden Jahr rund 10,4 Milliar­den Euro für die medizinische Versorgung ihrer Versicherten zur Verfügung. Das ent­spricht 3.330 Euro je Versicherten. Der Etat für die medizinische Versorgung, wozu vor allem Ärztehonorare, Ausgaben für Medikamente und Krankenhäuser gehören, steigt damit um 772 Millionen Euro im Vergleich zu 2016.

Trotz der Erhöhung des Zusatzbeitragssatzes gehört die AOK Plus weiterhin im bundes­weiten Vergleich zu den eher günstigen Krankenkassen. Barmer GEK und TK beschlos­sen heute zwar, die Beitragssätze nicht anzuheben. Der Beitragssatz beider Kassen liegt aber immer noch über dem der AOK Plus.

Bei der TK bleibt der Beitragssatz stabil bei 15,6 Prozent vom beitragspflichtigen Ein­kommen. Der Zusatzbeitrag beträgt weiterhin 1,0 Prozent. Er liegt damit leicht unter dem vom BMG festgelegten Durchschnitt der GKV. Der Etat der TK umfasst im kommenden Jahr mehr als 26 Milliarden Euro. Die Leistungs­ausgaben sollen knapp 25 Milliarden Euro umfassen und damit 7,7 Prozent über dem Volumen von 2016 liegen.

Allein auf den Krankenhausbereich werden laut TK-Annahme 7,1 Milliarden Euro entfal­len, ein Zuwachs von 7,1 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr. Die Ausgaben für die niedergelassenen Ärzte werde sich auf über 4,9 Milliarden Euro belaufen (+ 7,5 Prozent). Für die Arzneimittel als drittgrößten Ausgabenposten ist ein Anstieg von 5,8 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr kalkuliert; die Ausgaben sollen knapp 4,3 Milliarden Euro betragen.

Die Barmer GEK hält ihren Beitragssatz im kommenden Jahr auf dem Niveau von 2016. Er bleibt bei 15,7 Prozent, beschlossen die Verwaltungsräte der Barmer GEK und Deut­schen BKK, die zum 1. Januar fusionieren. Die Kasse wird dann nur noch Barmer hei­ßen. Die Kasse sieht ihre Marktposition durch die Fusion gestärkt

© dpa/may/aerzteblatt.de

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