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Fortbildungsprojekt schult ukrainische Pädiater und vermittelt Hospitationen an deutschen Kliniken

Freitag, 23. Dezember 2016

Potsdam/Cottbus – Das im Herbst 2015 gestartete Weiterbildungsprojekt „Ukraine – Kindergesundheit“ schult mit finanzieller Unterstützung aus dem Bundesgesundheits­ministerium (BMG) Pädiater in der gesamten Ukraine. Außerdem vermittelt es Hospita­tionen ukrainischer Kinderärzte an deutschen Kliniken. Hierzu sucht das Projekt noch Kliniken, die bereit sind, einen ukrainischen Kollegen einige Monate für eine Hospitation aufzunehmen und auszubilden. Kosten entstehen den Kliniken dabei nicht.

„Die kinderärztliche Versorgung in der Ukraine erfolgt auf einem sehr unterschiedlichen Niveau. Es gibt 16 Zentren im Land, an denen sich die Kompetenz konzentriert. Gleich­zeitig ist aber die Versorgung in der Fläche sehr schwierig. Das betrifft besonders chronisch kranke Kinder und die Nachsorge nach Akuttherapien“, erläutert der deutsche Projektleiter Thomas Erler gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Erler ist ärztlicher Direktor des Klinikums Westbrandenburg Potsdam und Chefarzt der dortigen Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Das Projekt „Ukraine – Kindergesundheit“ besteht es aus zwei Teilmaßnahmen: Der Organisation und Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen für ukrainische Fach­ärzte in Kiew durch deutsche Dozenten und der Vermittlung ukrainischer Kinderärzte und Kinderchirurgen zu mehrmonatigen Hospitationen an deutsche Kinderkliniken.

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Seit Oktober 2015 haben mehr als 300 Kollegen aus allen Landesteilen der Ukraine an insgesamt drei Seminarkongressen teilgenommen, in denen unter anderem die Hypo­thermiebehandlung asphyktischer Neugeborener, moderne Diagnostik- und Therapie­methoden in der Kinderrheumatologie, -gastroenterologie und -nephrologie behandelt wurden. Die deutschen Referenten leisteten ihren Einsatz ehrenamtlich. Aus Mitteln des Projektes – also auf Kosten des BMG – wurden ausschließlich Reise- und Unterbrin­gungs­kosten finanziert. Die Dozenten kamen aus unterschiedlichen deutschen Kliniken. Beteiligt waren die Universitäts- und verschiedene Lehrklinika in Dresden, Cottbus, Leipzig, Berlin, Jena und Frankfurt/Main.

„Die Organisatoren der Veranstaltungen haben dabei die ukrainischen Neonatologen und Pädiater nicht nur als hervorragend qualifizierte Kollegen zu schätzen, sondern auch deren enorme Wissbegierde kennengelernt“, berichtet Erler. Der nächste Pädiatrie-Seminarkongress findet im März 2017 in Kiew statt und wird sich dem Thema der pädiatrischen Nachsorge multimorbider beziehungsweise chronisch kranker Kinder- und Jugendlicher widmen.

Hospitationen
Außerdem hatten bislang drei Ärzte aus drei verschiedenen Städten der Ukraine die Gelegenheit, in deutschen Kinderkliniken zwischen drei und sechs Monate lang zu hospitieren. „Dabei geht es nicht nur um Fachwissen, die ukrainischen Kollegen machen sich auch mit Strukturen und Arbeitsweisen des deutschen Gesundheitssystems vertraut“, erläutert Erler. Die Kosten für die Hospitationen – zum Beispiel für Unterkunft und Unterhalt – trägt ebenfalls das Projekt. Die ukrainischen Pädiater müssen dafür gute deutsche Sprachkenntnisse nachweisen und sich verpflichten, ihr erlangtes Wissen nach Rückkehr in die Ukraine unter Fachkollegen zu multiplizieren. Dies wird nachgehalten und ist bislang auch so erfolgt.

Kliniken, die eine solche Hospitationen anbieten möchten, können sich dafür direkt beim Projektleiter melden: terler@klinikumwb.de © hil/aerzteblatt.de

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