NewsVermischtesRotes Kreuz sieht derzeit keinen akuten Mangel an Blutspenden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Rotes Kreuz sieht derzeit keinen akuten Mangel an Blutspenden

Mittwoch, 28. Dezember 2016

/dpa

Berlin/Dresden – In Deutschland gibt es nach Einschätzung des Deutschen Roten Kreu­zes (DRK) derzeit keinen bedrohlichen Mangel an Blutspenden. „Es gibt keine akute Dra­matik“, sagte die zuständige Mitarbeiterin Kerstin Schweiger. Regional könne die Lage aber unterschiedlich sein. Zuvor hatte das DRK in Nordrhein-Westfalen für 2016 einen deutlichen Rückgang der Blutspenden prognostiziert.

Laut Schweiger liegen genaue Zahlen noch nicht vor. Man habe von Juni bis einschließ­lich September eine sehr lange Strecke mit einer latenten Unterversorgung überwinden müssen. Das DRK sieht als Ursache für die mangelnde Spendenbereitschaft vor allem sportliche Großereignisse wie die Fußball-EM und die Olympischen Spiele sowie die Sommerferien. Außerdem habe die Hitzewelle im September viele Spender abgehalten.

Anzeige

Das DRK rief dazu auf, alle verbleibenden Blutspendetermine in diesem Jahr und zu Beginn des neuen Jahres zu nutzen, damit keine Versorgungslücken entstehen. Das sei vor allem mit Blick auf eine mögliche Grippewelle notwendig. „Die Situation kann sich schnell ändern“, sagte Schweiger. Ein Appell sei auch deshalb wichtig, weil bei Winter­wetter mit Schnee und Eis vor allem in ländlichen Gebieten Spender öfters ausblieben.

Schweiger zufolge gilt es, beim Blutspenden perspektivisch ein Problem zu lösen. Grund dafür sei die demografische Entwicklung. Da Menschen nur bis zum 73. Lebensjahr Blut spenden dürfen, falle diese wachsende Gruppe als Spender künftig weg. Gerade in Ost­deutschland komme hinzu, dass durch Geburtenknick nach der Wende junge Spender nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.

Blutspenden sind in Deutschland ab dem 18. Lebensjahr möglich. Etwa drei Prozent der infrage kommenden Menschen sind zum Blutspenden bereit. Insgesamt habe jeder Dritte die Voraussetzungen zum Blutspenden, sagte Schweiger. Aus diesem Puffer heraus gelte es in den kommenden Jahren, ausreichend Menschen für dieses Anliegen zu gewinnen. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. September 2020
München – In Deutschland droht erneut das Spenderblut knapp zu werden, da weiterhin viele Menschen aus Angst vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 den Blutspendeterminen fernbleiben. Im Vorfeld ihres
Versorgung mit Blutprodukten in Deutschland erneut gefährdet
10. September 2020
Bonn – Das Universitätsklinikum Bonn benötigt aktuell Blutkonserven jeder Blutgruppe – besonders der Blutgruppe 0 als universalverträgliches Blut bei Notfällen. In den vergangenen Monaten haben wegen
Blutkonserven im Raum Bonn dringend gesucht
8. September 2020
Frankfurt am Main – In Hessen herrscht ein Engpass bei der Versorgung mit Blutkonserven. Grund sind nachgeholte Operationen. Eberhard Weck, Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Hessen,
Engpässe bei Blutkonserven in Hessen
3. September 2020
Berlin – Beim pauschalen Blutspendeverbot für homosexuelle Männer gibt es nach FDP-Angaben Bewegung. Die Bundesregierung kündigte für den 3. November Gespräche über eine Lockerung der jetzigen
FDP: Lockerung des Blutspendeverbots für homosexuelle Männer in Sicht
27. August 2020
Saarbrücken – Der saarländische Landtag hat sich gegen eine Diskriminierung von homosexuellen Männern beim Blutspenden ausgesprochen. Die Abgeordneten beschlossen gestern in Saarbrücken einstimmig
Saar-Landtag: Homosexuelle Männer sollen leichter Blut spenden dürfen
24. August 2020
Washington – Die US-Regierung erteilt eine Notfallgenehmigung für die Behandlung der Erkrankung COVID-19 mit Blutplasma, das Antikörper gegen das Coronavirus enthält. Bei der Immunplasmatherapie
USA erlauben COVID-19-Behandlung mit Blutplasma
24. Juli 2020
Magdeburg – Die Universitätsmedizin Magdeburg beteiligt sich mit verschiedenen Projekten an der wissenschaftlichen Erforschung des Coronavirus. Es geht um den Verlauf der Epidemie im nördlichen
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER