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Ausland

Frankreich nimmt nach Säuglingstod Vitamin-D-Präparat vom Markt

Mittwoch, 4. Januar 2017

Paris – Nach dem Tod eines zehn Tage alten Säuglings wird in Frankreich ein Vitamin-D-Präparat vorübergehend vom Markt genommen. Die Medikamentenaufsicht ANSM er­klärte heute in Paris, es gebe einen „wahrscheinlichen Zusammenhang“ zwischen dem Tod des Neugeborenen und der Verabreichung des Medikaments Uvestérol D. Als ge­fähr­lich gilt nicht die Flüssigkeit selbst, sondern ihre Verabreichung mit einer Dosierpi­pette, wie Ge­sund­heits­mi­nis­terin Marisol Touraine sagte.

Als Vorsichtsmaßnahme werde ein Verfahren eingeleitet, um das ausschließlich in Frank­reich verkaufte Mittel vorübergehend aus dem Handel zu nehmen, erklärte die französi­sche Medikamentenaufsicht. Das Verkaufsverbot dürfte „in den kommenden Tagen“ in Kraft treten. Touraine rief Eltern dazu auf, ihren Kindern das bei Vitamin-D-Mangel ver­schriebene Präparat nicht mehr zu verabreichen. Sie betonte zugleich, andere Präparate mit Vitamin D seien von der Warnung nicht betroffen.

Ein Neugeborenes hatte am 21. Dezember im Elternhaus akute Atemnot bekommen und war an einem Atem- und Herzstillstand gestorben, nachdem es das vom franzö­sischen Pharmaunternehmen Crinex hergestellte Uvestérol D bekommen hatte. Das flüssige Me­dikament wird Babys mit einer Dosierpipette, die einer Spritze ähnelt, in den Mund gege­ben.

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Säugling stirbt in Frankreich nach Verabreichung von Vitamin-D-Präparat

Paris – In Frankreich ist ein zehn Tage alter Säugling nach Verabreichung eines Vitamin-D-Präparats gestorben. Untersuchungen müssten nun die genaue Todesursache feststellen und klären, ob der Tod auf das Medikament Uvestérol D zurückzuführen sei, erklärte die französische Medikamentenaufsicht ANSM gestern in Paris.

Immer wieder wurden Vorfälle gemeldet, bei denen Babys sich bei der Einnahme des Prä­parats schwer verschluckten. 2006 stellten die Gesundheitsbehörden Uvestérol D des­wegen unter besondere Beobachtung und gaben Empfehlungen zur korrekten An­wendung ab. Im selben Jahr änderte Crinex die Art der Pipette.

Das Pharmaunternehmen erklärte nun, sich am Donnerstag mit Vertretern der Gesund­heitsbehörden zusammensetzen zu wollen. Dabei solle über eine neue Form der Verab­rei­chung des Medikaments beraten werden. Nach Angaben der ANSM wurde seit der Markteinführung im Jahr 1990 noch kein Todesfall auf das Medikament zurückgeführt. © afp/aerzteblatt.de

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