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Politik

Immer mehr traumatisierte Flüchtlinge in Spezialzentren

Donnerstag, 5. Januar 2017

Halle/Jena – Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisenregionen haben im vergangenen Jahr für einen Ansturm in den ambulanten psychosozialen Zentren der Diakonie gesorgt. Exper­ten in den vier Standorten in Sachsen-Anhalt und Thüringen haben 2016 deutlich mehr traumatisierte Menschen betreut als 2015, teilte die Diakonie Mitteldeutschland in Halle als Träger mit. Vor allem unbegleitete minderjährige Flüchtlinge würden Hilfe in den Zent­ren suchen. Als Reaktion auf die Mehrarbeit sei Personal eingestellt worden, das sei aber nicht genug. Es gebe teilweise lange Wartelisten. Der Bedarf übersteige das Ange­bot, hieß es.

In den Psychosozialen Zentren für Migranten in Magdeburg und Halle sind nach Anga­ben des Trägers im vergange­nen Jahr 381 Menschen behandelt worden, 2015 waren es 267. Seit Oktober sind dem­nach 13 in Teilzeit arbeitende Psychologinnen im Dienst, 2015 waren es neun. In den beiden Zentren in Thüringen stieg die Klientenzahl von 205 (2015) auf 255 (2016). Auf den Wartelisten der Einrichtungen in Jena und Erfurt stehen laut Diakonie inzwischen mehr als 200 Namen. Wartezeiten von mindesten sechs Mona­ten seien im zurückliegenden Jahr die Norm gewesen, hieß es.

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Die vier Beratungs- und Psychotherapiezentren der Diakonie Mitteldeutschland sind An­laufstelle für Traumatisierte und Überlebende von Folter, Krieg und Gewalt. Angeboten werden unter anderem psychologische Beratung, Therapie und begleitende Sozialbera­tung. Die Hilfe ist kostenlos, alle Beteiligten unterliegen der Schweigepflicht. Bei Bedarf wird mit einem Dolmetscher gearbeitet. Die Dienstleistung stoße mit zunehmender Klien­tenzahl langsam an ihre Grenzen, hieß es. © dpa/aerzteblatt.de

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