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Medizin

Lungenkrebs: Verzögerte Chemotherapie bleibt wirksam

Montag, 9. Januar 2017

Lungenkarzinom Plattenepithelkarzinom des Bronchus Mikroaufnahme Vergrößerung 200:1 /dpa

New Haven – Ein verzögerter Beginn der Chemotherapie nach einer Lungenkrebs-Operation hat in der Analyse eines US-Krebsregisters in JAMA Oncology (2017; doi: 10.1001/jamaoncol.2016.5829) die Prognose der Patienten nicht wesentlich verschlechtert.

Der nicht-kleinzellige Lungenkrebs (NSCLC) gehört zu den aggressiven Krebser­krankungen, bei denen eine postoperative Chemotherapie die Prognose verbessern kann. Die meisten Zentren streben einen frühzeitigen Beginn der Chemotherapie an, was jedoch aufgrund der risikoreichen Operation und der längeren Erholungszeiten der Patienten oft nicht möglich ist. Nicht selten vergehen zwei Monate oder länger, bevor die Chemotherapie begonnen werden kann. Viele Onkologen bezweifeln, dass die Behandlung dem Patienten dann noch nutzt.

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Ein Team um Daniel Boffa von der Yale Universität in New Haven im US-Staat Connecticut hat hierzu die Daten der National Cancer Database ausgewertet, die 70 Prozent aller Behandlungsergebnisse US-amerikanischer Patienten speichert. In den Jahren 2004 bis 2012 wurden 12.473 Patienten nach der lokalen Resektion eines NSCLC (Größe bis vier Zentimeter, positiver Nachweis von Lymphknoten-Metastasen) mit einer Chemotherapie behandelt. Die Behandlung wurde spätestens 127 Tage nach der Operation begonnen.

Der Einfluss des Therapiebeginns auf die Prognose war minimal. Boffa ermittelt eine Hazard Ratio von 1,037 für einen Beginn nach dem 57. postoperativen Tag, die mit einer 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,972 bis 1,105 nicht signifikant war. Eine weitere Analyse ergab, dass die Phase zwischen dem 40. und 60. Tag nach der Operation mit der geringsten Langzeitsterblichkeit assoziiert war.

In einer Propensity-Analyse wurden die Behandlungsergebnisse von 3.976 Patienten-Paaren verglichen. Die Paare waren sich in möglichst vielen Eigenschaften ähnlich, außer dass einer eine Chemotherapie erhielt, der andere aber nicht. Die Analyse zeigt, dass die Mortalität der Patienten, die eine Chemotherapie erhalten hatten, auch dann geringer war, wenn die Behandlung spät begonnen wurde. Die Hazard Ratio von 0,664 war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,623 bis 0,707 nicht signifikant.

Die Studie liefert damit gute Argumente, auch dann mit einer Chemotherapie zu beginnen, wenn der Patient sich nur langsam von der Operation erholt oder andere Gründe für eine Verzögerung vorliegen. Das NSCLC unterscheidet sich hier vom Mammakarzinom und dem Darmkrebs. Für diese beiden Malignome konnte gezeigt werden, dass ein frühzeitiger Beginn der adjuvanten Therapie vorteilhaft ist. © rme/aerzteblatt.de

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