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Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve kann bei Frage nach PCI nützen

Dienstag, 10. Januar 2017

/dpa

Köln – Die Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve (FFR) kann für Patien­ten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) hilfreich sein, für die eine Gefäß­erweite­rung mittels perkutaner koronarer Intervention (PCI) vorgesehen ist. Das berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Bei einer stabilen KHK sehen die IQWiG-Wissenschaftler dagegen keinen Mehrwert des Verfah­rens.

Die FFR messen Kardiologen während einer Koronarangiographie. Dafür schieben sie einen Druckmessdraht in das verengte Gefäß. Je niedriger der FFR-Wert, desto gerin­ger ist die Blutflussreserve und desto weniger ist das Herzmuskelgewebe durchblutet. Das Messergebnis soll eine Aussage darüber ermöglichen, ob die Verengung relevant ist und das Gefäß geweitet werden muss.

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Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hatte das Institut beauftragt, den Nutzen der FFR für zwei Fragestellungen getrennt zu untersuchen: Bei Patienten, für die nach her­kömmlicher Diagnostik eine Gefäßerweiterung mittels PCI angezeigt ist. In dieser Patien­ten­gruppe geht es um die Frage, ob mittels FFR eine PCI vermieden werden kann.

Bei einer stabilen KHK, bei der gemäß herkömmlicher Diagnostik keine PCI angezeigt wäre, stellt sich umgekehrt die Frage, ob die FFR Patienten identifizieren kann, bei de­nen die Durchblutung so vermindert ist, dass eine Revaskularisation doch medizinisch notwendig ist.

Die IQWiG-Wissenschaftler identifizierten insgesamt neun randomisierte kontrollierte Studien (RCT), deren Ergebnisse sie in die Bewertung einbeziehen konnten.

Danach treten bei Patienten, die laut herkömmlicher Diagnostik eine PCI erhalten sollten, Herzinfarkte seltener auf, wenn die Therapieentscheidung auf Basis einer FFR getroffen wurde. Die IQWiG-Wissenschaftler schätzen die Aussagesicherheit hier als hoch ein und sehen einen Beleg für einen Nutzen der FFR. Für den kombinierten End­punkt Tod oder Herzinfarkt ergibt sich aus den Daten immer noch ein Hinweis für einen Nutzen.

Keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden fanden die Epidemiologen dagegen für die Endpunkte Gesamtmortalität, kardiale Mortalität, kardialer Tod oder Myokard­in­farkt, erneute koronare Revaskularisation, Angina Pectoris, Herzinsuffizienz und uner­wün­schte Ereignisse. Für die Zielkriterien Herzrhythmusstörungen, gesund­heits­bezogene Lebensqualität und Notwendigkeit weiterer Klinikaufenthalte waren keine Daten verfüg­bar.

Für Patienten mit stabiler KHK, die laut herkömmlicher Diagnostik keine PCI erhalten, zei­gen die Daten laut dem IQWiG entweder keine relevanten Unterschiede oder sie sind nicht interpretierbar. © hil/aerzteblatt.de

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