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Medizin

Neue bildgebende Verfahren machen Ganglienzellen im Auge sichtbar

Mittwoch, 11. Januar 2017

Rochester – Ein neuentwickeltes bildgebendes Verfahren könnte künftig dabei helfen, den Verlust der Sehnervenzellen bei Glaukompatienten bereits in frühen Stadien zu entdecken. Am University of Rochester Medical Center entwickelten Forscher um David Williams eine photooptische Methode, welche die Zellen der Retina besonders gut auflösen kann. Sie berichten darüber in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (2016; doi: 10.1073/pnas.1613445114).

Ganglienzellen sind jene Zellen, welche die optische Information direkt von der Netzhaut ins Gehirn leiten. Bei Glaukompatienten gehen diese Zellen unter und führen zu einer zunehmenden Blindheit. Weil diese Zellen optisch nahezu transparent sind, lassen sie sich mit herkömmlichen Methoden nur schwer darzustellen. „Bisher kann man nur durch die Dicke der Sehfasern abschätzen, wieviele Zellen bereits zerstört sind“, berichten die Wissenschaftler. Die Faserdicke könne jedoch noch völlig normal sein, obwohl bereits rund 100.000 Zellen untergegangen seien. Bei gerade einmal 1,2 Millionen Zellen wäre dies ein signifikanter Verlust.

Die Forscher nutzten eine Modifikation der bereits bestehenden sogenannten Adaptive Optics Scanning Laser Ophthalmoscopy (AOSLO). Bei der Methode wird die dreidimen­sionale Struktur der Retina über einen speziellen Laserkopf erfasst. Durch die Anfer­tigung multipler Bilder, die in verschiedenen Positionen aufgenommen wurden, konnten die Forscher ein dreidimensionales Bild der Ganglienzellen entwerfen. Die Auflösung reichte bis auf Zellebene und war sogar in der Lage, einzelne Zellorganellen darzu­stellen. Die Forscher konnten ihre Methode an Tieren und Menschen etablieren.

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Im Rahmen der Studie haben die Wissenschaftler sich zunächst auf die Ganglienzellen konzentriert. Theoretisch wären jedoch auch andere Netzhautschichten darstellbar, sodass die Technik eine wichtige Rolle in der klinischen Anwendung einnehmen könnte, hieß es aus der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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