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Ausland

Cannabis: Ältere Generationen in den USA auf der Überholspur

Freitag, 13. Januar 2017

Der medizinische Gebrauch von Cannabis hat den Konsum in den USA beeinflusst. / Petra Bork, pixelio.de

Iowa City – Die Generation Ü50 hängt jüngere US-Bürger beim Cannabiskonsum ab. Während im Jahr 2000 noch etwa ein Prozent der über 50-Jährigen Cannabis in den vergangenen zwölf Monaten konsumierten, waren es 2012 bereits 3,9 Prozent. Die Altersgruppe wächst somit stärker als alle anderen – die ebenfalls zunehmen. Diesen Trend verkünden Forscher der University of Iowa College of Public Health im Gerontologist (2017; doi: 10.1093/geront/gnw166).

Eigentlich hatte man nur mit einem Anstieg auf fast drei Prozent gerechnet. Denn die Baby-Boomer-Generation, die jetzt in ihren Fünfzigern ist, ist für höhere Cannabisraten bekannt. Sie haben eine lange Cannabis-Vorgeschichte. Ihre ersten Erfahrungen machten sie bereits vor ihrem achtzehnten oder zumindest vor ihrem dreißigsten Lebensjahr.

Die Daten des National survey of drug use and health (NSDUH) ergaben jedoch einen noch höheren Wert von 3,9 Prozent statt der erwarteten drei Prozent. Eine andere repräsentative Umfrage lässt vermuten, dass die Ü50-Generation bereits bei etwa fünf Prozent angekommen ist (Summer Styles Consumer Panel Survey 2016).

Im Jahr 2016 haben 21 Staaten der USA den Gebrauch von medizinischem Cannabis für einige Krankheiten legalisiert. Dazu zählen beispielsweise das Glaukom, Kachexia, Nausea, neurologische Krankheiten, neuropathische Schmerzen und Krebs.

In dieser Umfrage haben die Forscher auch an einer kleinen Subpopulation untersucht, welche verschiedenen Wege, die Menschen zum Cannabis verleiten. Die tolerante Baby-Boomer-Geberation ist demnach nicht mehr der einzige Grund, schreiben die Autoren. Die meisten alten Menschen nutzen Cannabis, um sich zu entspannen (53,4 Prozent). Weitere 10,5 Prozent folgen dem ärztlichen Rat. Sie profitieren vom medizinischen Nutzen der Hanfgewächse, um die Symptome ihrer Krankheit zu lindern. Für diese Resultate zogen die Forscher um Erstautor Brian Kaskie Daten von acht Bundesstaaten hinzu. Denn die Zahlen aus dem NSDUH befassen sich ausschließlich mit dem illegalen Konsum.

Ein Großteil der Amerikaner über 50 konsumierte Cannabis höchstens jeden zehnten Tag. Jeder Vierte gab an, die Nutz- und Heilpflanze seltener als fünfmal im vergangenen Jahr genutzt zu haben. Etwa 90 Prozent der Befragten hatte nach eigenem Empfinden keine emotionalen Probleme. Sie sind überwiegend gesund und gehören zur weißen Bevölkerung.

Die Autoren empfehlen eine umfassende nationale Umfrage, um die Gründe, warum Menschen Cannabis konsumieren, noch besser zu erfassen. Sie vermuten, dass Cannabis als Alternative für Opioide und andere Medikamente dienen könnte, die mit einem hohen Missbrauchsrisiko einhergehen.  © gie/aerzteblatt.de

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