NewsÄrzteschaftAnschlag auf libanesischen Hausarzt in Brandenburg
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Anschlag auf libanesischen Hausarzt in Brandenburg

Donnerstag, 12. Januar 2017

Potsdam – Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) und die Lan­des­ärz­te­kam­mer Brandenburg (LÄKB) haben die Attacke „offenbar rechter Chaoten“ auf das Wohnhaus und das Auto von Amin Ballouz, Landarzt in der brandenburgischen Uckermark, scharf verurteilt. Ballouz, der aus dem Libanon stammt, betreibt Hausarztpraxen in Schwedt/ Oder und in Pinnow.

In der Nacht zum vergangenen Sonntag wurde ein Stein mit aufgemaltem Hakenkreuz ge­gen ein Fenster von Ballouz‘ Privathaus in Angermünde geworfen. Zudem wurden Au­toreifen zerstochen. Die Polizei machte bislang noch keine Angaben zum Hintergrund des Angriffs. Der Staatsschutz ermittelt wegen eines möglichen fremdenfeindlichen Mo­tivs.

Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Brandenburg ist empört über die Tat. „Die Versorgung auf dem Land muss erhalten bleiben und darf nicht durch solche Taten beschädigt werden“, sag­te Udo Wolter, Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer Brandenburg. Ballouz behandele ne­ben Einheimischen auch Flüchtlinge und trage damit zur Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung auf dem Land bei.

Anzeige

„Dieser Anschlag ist nicht akzeptabel“, erklärte auch der Vorstandsvorsitzende der KVBB, Hans-Joachim Helming. „Wir verwahren uns entschieden gegen tätliche Angriffe gegen unsere Mitglieder.“ Seit sechs Jahren leiste der Hausarzt einen wichtigen Beitrag zur Sicher­stellung der ambulanten medizinischen Versorgung der Menschen in der Uckermark, die im östlichen Teil von Brandenburg an der Grenze zu Polen liegt.

Der Hausarzt ist vor 40 Jahren selbst aus dem Libanon geflüchtet. Ballouz’ Lebens­ge­schichte war bereits Thema verschiedener journalistischer Beiträge. Er kam 1976 als Flüchtling aus dem bürgerkriegsgebeutelten Libanon in die damalige DDR und studierte dort Medizin. Nach weiteren Stationen in England und in Paris zog es den heute 58-Jähri­gen zurück nach Deutschland – in die Uckermark. Sein Kennzeichen ist ein hell­blauer Tra­bi, mit dem er die Dörfer der Umgebung abfährt, um Hausbesuche zu machen. Ball­ouz engagiert sich außerdem für Flüchtlinge in Schwedt.

Im vergangenen Oktober hatte Ballouz dem Deutschlandradio Kultur in einem Interview gesagt, er sei in Deutschland bisher nie angefeindet worden: „Ich bin voll akzeptiert, die haben mich gerne, ich habe die auch gerne. Ich fühle mich in meiner Heimat – und das ist meine Heimat – sehr wohl.“ © pb/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. Juni 2019
Potsdam – Im Fall um einen möglicherweise illegalen Handel mit eventuell gestohlenen Krebsmedikamenten hat das Landgericht Berlin einer Unterlassungsklage der Brandenburger Pharmafirma Lunapharm gegen
Urteil: RBB-Bericht zu Krebsmittelskandal teils unzulässig
11. Juni 2019
Oldenburg – Der zu lebenslanger Haft verurteilte Serienmörder und Ex-Krankenpfleger Niels H. hat gegen diese Entscheidung des Oldenburger Landgerichtes einen Revisionsantrag gestellt. Das teilte die
Niels H. geht nach Urteil in Revision
7. Juni 2019
Düsseldorf – Am Oberlandesgericht Düsseldorf hat heute das Hauptverfahren gegen die mutmaßlichen Rizin-Bombenbauer Sief Allah H. und Yasmin H. begonnen. Bislang sind 16 Fortsetzungstermine bestimmt –
Mutmaßliche Rizin-Bombenbauer vor Gericht
6. Juni 2019
Stuttgart – Knapp ein Jahr nach den massenhaften Krankmeldungen an der Stuttgarter Universität Hohenheim ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart mittlerweile gegen etwa 100 Studierende. Das teilte
Ermittlungen gegen etwa 100 Studierende in Attestaffäre
6. Juni 2019
Oldenburg – Der ehemalige Krankenpfleger Niels H. ist wegen weiterer 85 Morde an Intensivpatienten verurteilt worden. Das Landgericht in Oldenburg verhängte heute gegen den zuvor bereits wegen sechs
Früherer Krankenpfleger Niels H. wegen 85-fachen Mordes verurteilt
6. Juni 2019
New York – Inmitten der Opioidkrise in den USA hat sich ein Schmerzmittelhersteller wegen Schmiergeldzahlungen an Ärzte zur Zahlung einer Millionenstrafe bereiterklärt. Insys Therapeutics zahle in den
Opioidhersteller in den USA zahlt Millionenstrafe
5. Juni 2019
Karlsruhe – Im Streit um den Vertrieb zweier konkurrierender Cholesterinsenker auf dem deutschen Markt hat der US-Konzern Amgen einen Etappensieg erzielt. Der für das Patentrecht zuständige X.
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER