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Medizin

Neuer Therapieansatz gegen Anti-NMDA-Rezeptor-Enze­phalitis

Montag, 16. Januar 2017

Berlin – Fortschritte bei der Behandlung der Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis melden Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Die Ergebnisse ihrer Studie sind in der Fachzeitschrift Neurology erschienen (2016; doi: 10.1212/WNL.0000000000003536).

Die Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis ist eine Entzündung des zentralen Nerven­systems, die häufig lebensbedrohlich verläuft. Bei dieser Autoimmunerkrankung bildet der Körper Abwehrstoffe gegen ein Protein, das bei der Signalübertragung im Gehirn eine wichtige Rolle spielt: den NMDA-Rezeptor. Die Patienten zeigen unter anderem Psychosen, epi­lep­tische Anfälle und Bewegungsstörungen.

Patienten mit schweren Krankheitsverläufen reagieren häufig nicht oder nur unzurei­chend auf die aktuell eingesetzten Standardthe­ra­pien. Diese Therapieresistenz rührt möglicherweise daher, dass bestimmte Anti-NMDAR-Anti­körper produzierende Plasma­zellen von den aktuell eingesetzten Immuntherapien nicht vollständig erreicht werden, vermuten die Forscher.

In ihrer Studie verfolgten die Wissenschaftler um Franziska Scheibe und Andreas Meisel von der Klinik für Neurologie und dem Exzellenzcluster Neurocure daher einen neuen The­rapieansatz. Zusätzlich zur Standardtherapie setzten sie einen Wirkstoff ein, der bei der Behandlung von Plasmozytomen bereits erfolgreich angewendet worden ist: den Proteasominhibitor Bortezomib.

In der Studie mit bislang fünf Patienten konnten die Wissenschaftler zeigen, dass Borte­zo­mib zu einer raschen klinischen Besserung bei schweren Verläufen der Enze­pha­litis führte. Auch die krankheitsverursachenden Antikörper gingen zurück. „Durch die Elimi­nie­rung der Plasmazellen kann Bortezomib die Krankheit ursächlich behandeln und stellt damit eine wertvolle neue Therapieoption für die bisher therapieresistenten Verläufe der Anti-NMDAR-Enzephalitis dar“, kommentiert die Erstautorin der Studie Franziska Scheibe die Ergebnisse.

„Wie auch für die anderen bei dieser Erkrankung derzeit eingesetzten Therapien steht noch die Bestätigung unserer Ergebnisse in einer randomisierten Studie aus“, schränkt Meisel ein. In künftigen Studien werde es zudem vor allem darum gehen, Biomarker zu entwickeln, die frühzeitig schwere Formen dieser Erkrankung vorhersagen können. © hil/aerzteblatt.de

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