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Politik

Opposition in Rheinland-Pfalz fordert mehr Rezepte gegen Ärztemangel

Montag, 16. Januar 2017

Mainz – Die rheinland-pfälzische CDU-Oppositionschefin Julia Klöckner hat wirksamere Schritte gegen den Ärztemangel auf dem Land gefordert. „Im ländlichen Raum bekommt Rheinland-Pfalz aufgrund des demografischen Wandels und mangelnder Vorsorge ein Problem mit der flächendeckenden Arztversorgung“, sagte Klöckner. Es gebe zu wenig Nachwuchs und zu wenig Bereitschaft, sich für den Arztberuf auf dem Land zu ent­schei­den. Das liege aber auch am mangelnden Anreizsystem. Sie warf der rot-gelb-grünen Landesregierung vor, sie habe nicht genug vorgesorgt.

Die CDU-Opposition schlägt ein Stipendienprogramm für Medizinstudierende vor, wenn die­se sich dazu verpflichten, eine Zeit lang als Hausarzt tätig zu sein. „Wir fordern außer­dem die Einführung eines Modellstudiengangs für praxisorientierte Ausbildung, sodass ein Student während des Studiums einen Landarzt als Paten hat und bereits dort mitar­bei­ten und Bindungen aufbauen kann“, sagte Klöckner.

Darüber hinaus seien mehr Medizinstudienplätze notwendig. „Selbst wenn alle jetzigen Studenten in den Arztberuf gingen, wären es immer noch zu wenig.“ Der Numerus clau­sus (NC) wird nach ihrer Ansicht als Zugangshürde überbewertet. „Die besten Ärzte müssen nicht die besten Noten in der Schule gehabt haben.“

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Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) beziffert den Bedarf der Nachbesetzung von Ärzten in Rheinland-Pfalz bis 2022 auf bis zu 4.300. Sie sieht vor allem Handlungsbedarf in den Regionen Prüm in der Eifel und Diez (Rhein-Lahn-Kreis). Ge­sund­heits­mi­nis­terin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) will unter anderem mit Förderprogrammen für Praxen und für Medizinstudierende gegensteuern.

CDU-Oppositionschefin Klöckner sieht auch Handlungsbedarf gegen einen drohenden Mangel an Pflegekräften. „Wir wollen außerdem den Pflegeberuf stärker fördern“, sagte sie. „Wir sehen, dass wir in Rheinland-Pfalz auf einen Pflegenotstand zusteuern.“ © dpa/aerzteblatt.de

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