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Politik

Gesundheits­ministerium unterstützt Arbeit an S3-Leitlinie zum Kaiserschnitt

Montag, 16. Januar 2017

/dpa

Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bringt sich in die Arbeit für eine kommende S3-Seitlinie zum Kaiserschnitt ein. Dazu hat es heute die Ergebnisse von vier Studien vorgestellt, die das BMG mit zusammen 150.000 Euro unterstützt hat.

„Kaiserschnitte sollten nur dann vorgenommen werden, wenn sie medizinisch auch wirk­lich notwendig sind. Wichtig ist jetzt, dass die zuständigen Fachgesellschaften eine hoch­wer­tige Leitlinie erarbeiten, damit künftig Entscheidungen für oder gegen einen Kaiser­schnitt auf einer noch besseren wissenschaftlichen Grundlage erfolgen können“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in Berlin. Er betonte, im Zentrum müsse immer der Schutz von Mutter und Kind stehen.

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Die Studien beziehen sich auf wichtige Versorgungsfragen im Zusammenhang mit der Ge­burt durch Kaiserschnitt. Zentrale Ergebnisse sind unter anderem:

  • Nach einer traumatischen Geburt beziehungsweise einem Notkaiserschnitt hat ei­ne psychotherapeutische Beratung positive Effekte bezüglich der Depres­sions­rate und posttraumatischen Stressreaktionen.
  • Ein elektiver Kaiserschnitt sollte nicht vor der 39. Schwangerschaftswoche durch­geführt werden, da die Wahrscheinlichkeit für neonatale Morbidität sonst erhöht ist.
  • Im Vergleich zur postpartalen antibiotischen Prophylaxe verringert die Antibiose vor der Geburt die maternale infektionsassoziierte Morbidität signifikant. Ins­beson­dere sinkt das Risiko für eine Endometritis und/oder Endomyometritis und für Wund­infektionen. Auch die Dauer des Krankenhausaufenthalts war für die Mutter bei präpartaler Verabreichung signifikant verkürzt – allerdings nur um 0,14 Tagen.
  • Derzeit liegt keine Evidenz dazu vor, ob sogenannte Standard Operation Proce­dures (SOP) Kaiserschnitte sicherer machen.

Seit Beginn der statistischen Erfassung der Kaiserschnittgeburten in Deutschland im Jahr 1991 hat sich ihr prozentualer Anteil an der Gesamtzahl der Geburten mehr als ver­doppelt: Waren 1991 noch 15,3 Prozent aller Geburten Sektioentbindungen, kam 2015 fast jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt (31,1 Prozent). Damit gehört der Kaiser­schnitt in Deutschland zu den häufigsten operativen Eingriffen.

Die S3-Leitlinie „Die Sectio caesarea“ ist bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissen­schaft­lichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) angemeldet und soll Ende des ersten Quartals 2017 veröffentlicht werden. © hil/aerzteblatt.de

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